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Death Walks at Midnight

Italien | Spanien, 1972

  • Originaltitel: La morte accarezza a mezzanotte
  • Alternativtitel:

    Death Walks after Midnight

    Death Caresses at Midnight

    La muerte acaricia a medianoche (ESP)

    La mort caresse à minuit (FRA)

    A Morte Acaricia-te à Meia-Noite (POR)

    Cry Out in Terror (Int.)

  • Regisseur: Luciano Ercoli
  • Kamera: Fernando Arribas
  • Musik: Gianni Ferrio
  • Drehbuch: Sergio Corbucci, Ernesto Gastaldi, Guido Leoni, Mahnahén Velasco
  • Inhalt:

    Das 28-jährige Fotomodell Valentina (Nieves Navarro) führt gemeinsam mit dem befreundeten Sensationsreporter Gio Baldi (Simón Andreu) in ihrer Mailänder Wohnung ein geheimes Drogenexperiment durch, da sie dem fadenscheinigen Journalisten zu einer neuen Titelstory für das Klatschblatt „Novella 2000“ verhelfen möchte. Aus diesem Grund lässt sich das reizende Modell auf die intravenöse Tour einen ordentlichen Schuss des neuartigen Halluzinogens „HDS“ versetzen und begleitet vom Blitzlichtgewitter des Reporters nimmt die psychedelische Reise ihren unaufhaltsamen Lauf.

     

    Nachdem das bewusteinserweiterte Modell bereits nach sehr kurzer Zeit das wahre Gesicht des fleißig fotografierenden Gio als irreale Affenfratze wahrnimmt und urplötzlich etwas völlig Verworrenes über rote Priester daher faselt, gesellt sich zu guter Letzt auch noch ein grausamer Mord in die drogenverhangene Wahrnehmung Valentinas hinzu, der sich dieses mal aber tatsächlich in einer benachbarten Wohnung des gegenüberliegenden Hauses abspielt.

     

    Völlig entsetzt muss Valentina auf ihrem außer Kontrolle geratenen Trip mit ansehen, wie eine unbekannte Frau von einem sonnenbrillentragenden Mörder mit Hilfe eines killernietenbesetzten Handschuhs aus Eisen auf grausamste Weise zu Tode malträtiert wird, wodurch sich das halluzinogene Experiment für die völlig verworrene Acid-Lady immer mehr zu einem heftigen Horror-Trip entwickelt.

     

    Nachdem das Modell die Herrschaft über ihre Sinne wieder zurückerobern konnte, vertraut sie sich unverzüglich mit ihrer schrecklichen Beobachtung dem sauberen Herrn Reporter und kurz darauf auch ihrem Freund Stefano (Pietro Martellanza) an, wobei sie aber mit ihren abstrusen Drogenfantasien von keinem der Beiden ernst genommen wird. Hilfesuchend begibt sie sich daraufhin zum nächstgelegenen Polizeirevier, aber auch dort bekommt sie vom zuständigen Inspektor Serino (Carlo Gentili) keinen Glauben geschenkt und wird letztendlich sogar als sensationsgeile Drogenspinnerin abgewiegelt.

     

    Doch als tags darauf die aktuelle Ausgabe des auflagenstarken „Novella 2000“ Magazins mit „Valentinas psychedelischen Killer-Trip“ als Titelstory erscheint, muss der bis dato noch identitätslose Mordbube zu seinem größten Erstaunen feststellen, dass ihm am Vorabend scheinbar ein zugedröhnter Zaungast als Zeuge seiner scheußlichen Tat beiwohnte und stattet daher der völlig entgeisterten Valentina am späten Nachmittag einen persönlichen Besuch ab. Zwar gelingt dem Modell für dieses mal die Flucht vor dem bizarren Killer mit der Eisenfaust, doch kurz darauf treten auch schon die nächsten unheimlichen und zwielichtigen Personen auf den Plan und die völlig verängstigte Valentina weiß so langsam überhaupt nicht mehr, wie ihr gerade geschieht...

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    So ziemlich genau ein Jahr nach dem fulminanten „Death walks on high heels“ von Regisseur Luciano Ercoli, durfte bereits dessen ähnlich-betitelter Nachfolger „Death walks after Midnight“ das Licht der Leinwand erblicken, wobei die beiden Filme trotz des fast identischen Casts rein gar nichts miteinander gemein haben.

     

    Handelte es sich bei dem Vorgänger noch um einen sehr vertrackten Hochglanz-Giallo nach dem klassischen Whodunit-Prinzip, so präsentiert sich das vorliegende Exemplar zwar nicht minder glanzvoll oder weniger farbenfroh, wirkt aber von seiner Plotstruktur eher etwas einfacher konstruiert und anstatt des gewöhnlichen Ratespiels nach dem unbekannten Mörder, schwebt hier ein eher mannigfaltiger Verschwörungsplot über der gesamten Geschichte. Weiterhin wird dem Zuschauer bereits nach sehr wenigen Minuten die Person des lediglich mit einer Sonnenbrille maskierten Killers preis gegeben, dessen markante Mordwaffe sich mittlerweile auch als ein überaus bekanntes Kultsymbol in der Welt des Giallos etablieren konnte. Die Urheber dieser acidgetränkten Geschichte sind zudem keine Geringeren als die beiden Maestros „Ernesto Gastaldi“ und „Segio Corbucci“.

     

    Die bereits aus dem Vorgänger bekannte Schauspieler-Riege liefert auch in diesem Fall eine routiniert-gute Arbeit ab und die jeweiligen Darsteller können in ihren neuen Rollen gleichermaßen überzeugen. Rampenfrau Nieves Navarro alias Susan Scott gibt in ihrer Rolle als psychoaktiviertes Fotomodell mal wieder eine sehr gute Figur ab und präsentiert sich am laufenden Band in duften Outfits. Ein weiterer, immer wieder äußerst gerne gesehener Gast ist Luciano Rossi, der sich in der Rolle des dauergiggelnden Psychopathen Hans Krutzer ohne große Umwege in die Gedächtniszentren der erstaunten Zuschauer spielen kann.

     

    Schlussendlich wurde dieser ansehnliche Psychotropen-Giallo noch mit einer Filmmusik aus der Gianni Ferro-Soundschmiede versehen und fertig ist das bewußtseinserweiternde Genre-Werk.

     

    Fazit: Ein acidgetränkter Verschwörungswahnsinn, aus dem es für den Genre-Liebhaber scheinbar kein Entrinnen mehr gibt...

  • Autor: Richie Pistilli
  • Kommentare (1)

    • André Schneider

      André Schneider

      18 März 2016 um 13:06 |
      Noch ein Giallo, den ich noch nicht kenne und auf den ich sehr gespannt bin. Danke für die Review!

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