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Death Steps in the Dark

Griechenland | Italien, 1976

  • Originaltitel: Passi di Morte perduti nel buio
  • Regisseur: Maurizio Pradeaux
  • Kamera: Aldo Ricci
  • Musik: Riz Ortolani
  • Drehbuch: Arpad DeRiso, Maurizio Pradeaux
  • Inhalt:

    Mord im Orient-Express: Zappenduster wird es im vollbesetzten Abteil, als der Zug in einen Tunnel einfährt. Als er wieder herauskommt und es hell wird, steckt Lucianos Brieföffner in der Brust einer Mitreisenden. Dadurch wird Luciano zum zivilen Ermittler, der um seine Unschuld beweisen zu können, den wahren Killer finden muss. Dabei stört er auch die mörderischen Kreise einer unheimlichen Gestalt mit schwarzen Handschuhen und scharfem Rasiermesser...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    So oft bekommt man sicher nicht zu Gesicht, wie der italowesterngestählte Leonard (SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED) Mann wie dereinst Peter Alexander in den doofen CHARLEYS TANTE-Filmen die lustige Drag Queen gibt. Und ebenso selten sind Gialli, die wie dieser hier vor komödiantischen Einlagen nicht zurückschrecken. Das muss man weder lustig noch passend finden, aber ganz unsympathisch ist das nicht.

     

    Zumal immer dann ernstere Töne angeschlagen werden, wenn man sich auf die genretypischen Elemente besinnt. Die bietet Maurizio Pradeaux in seinem zweiten Giallo nach dem viel geläufigeren DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE natürlich auch. Alles dabei, was das Fanherz begehrt: Schwarze Handschuhe, Erpressung, Rasiermessermorde und viel nackte Haut. Schon mit der besagten NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE hat Pradeaux bewiesen, dass er solide Genrekost abliefern kann. Und auch DEATH STEPS IN THE DARK ist routiniert in Szene gesetzt. Vor allem dann, wenn nach fünfzig Minuten der Regenmantelträger mit den schwarzen Handschuhen kurzzeitig aufdreht: Innerhalb kürzester Zeit lässt er gleich zwei Opfer über die Rasierklinge springen. Da ver-sleaz-fältigt ein nebst der Scham angesetzter blutiger Schnitt in einen Frauenschenkel die Mordwirkung um ein Vielfaches. Dabei ist Pradeaux die Komposition dieser Szenen weit besser gelungen wie mir mein plumpes Wortspiel.

     

    Bei allen guten Ansätzen bleibt aber auch Pradeaux’ zwote, zwischen Kalauern und grimmigen Rasiermesser-Attacken schwankende Lektion in Giallo neben der NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE in der zweiten Reihe des Genres sitzen. Das gewisse Etwas, welches den Aufstieg aus der passablen Mittelklasse zu den richtig guten Werken bedeutet, fehlt auch diesmal. Fanfreuden versprechen allerdings der eine oder andere fiese Mord sowie die gespenstische Verfolgungsjagd im Finale.

     

  • Autor: Christian Ade
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