Das Schlitzohr vom Highway 101

Italien, 1982

  • Originaltitel: Delitto sull‘autostrada
  • Deutsche Erstaufführung: 04. November 1983
  • Regisseur: Bruno Corbucci
  • Kamera: Carlo Carlini
  • Musik: Franco Micalizzi
  • Drehbuch: Bruno Corbucci, Mario Amendola, Mario Cecchi Gori
  • Inhalt:

    Eine Zunahme an Überfällen auf LKWs, bei denen die Gangster auch vor Mord nicht zurückschrecken, zwingt Commissario Trentini zum Handeln. Er schickt seinen besten Mann, Nico Giraldi, als Trucker undercover auf die Jagd nach den Tätern.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Hier, im neunten Superbulle-Film, sehen wir im Grunde eine Variation von Stevio Massis „Convoy Busters.“

     

    Die deutsche Fassung kenne ich nicht, deshalb mag es besonders bei diesem Superbulle-Film „Delitto sull’Autostrada“ einige gravierende Unterschiede geben, da die flapsige Rainer-Brandt-Synchro ja irgendwie immer und bei jeder Gelegenheit flotte Sprüche parat hat, während Bruno Corbucci dagegen hier ein paar Dinge anders handhabt.

     

    Es fällt sehr schnell auf, dass Corbucci hier eine ganz harte Linie zwischen den Comedy-Szenen und den Krimi-Szenen gezogen hat, mehr als in vorangegangenen Filmen der Reihe. Beides ist vorhanden aber strikt abgegrenzt. Und eigentlich auch zum ersten Mal, bekommen wir hier eine ernste, persönliche Nebenhandlung um die Person Giraldis präsentiert. Denn Giraldi ist inzwischen 40 und hat keinen Bock mehr auf gefährliche Einsätze und anscheinend auch nicht mehr auf seine Frau, denn während seines Einsatzes verliebt er sich in die Sängerin Anna (gespielt von der Sängerin Viola Valentino) und will für sie auch tatsächlich seine Frau verlassen. Da wäre aber noch Sohn Rocky. Diese Nebenhandlung zieht Corbucci sehr ernst durch, ob da die deutsche Synchro mitgemacht hat, ist zu bezweifeln.

     

    Insgesamt ist Bruno Corbucci hier mal wieder dem ungeschriebenen Gesetz seiner eigenen Serie gefolgt und präsentiert nach dem sparsamen Vorgänger „Ein Schlitzohr außer Rand und Band“ eine besser budgetierte Fortsetzung, endlich auch wieder mit einem prominentem Bösewicht, Tony Kendall.

     

    Marina Hedman erleben wir in einer Gastrolle im Beichtstuhl.

     

    Noch ein Wort zur weiblichen Hauptrolle Viola Valentino. Diese hat eine  wohltönende, tiefe Singstimme, steht bei ihrem Gesangsauftritt aber da wie ein Stück Holz. Das fällt auf. So ist man später nicht überrascht, dass in einer Polka-Tanzszene mit Tomas Milian plötzlich eine wesentlich schlankere Doppelgängerin mit anderer Haarfarbe und Frisur (im Ernst, das konnte man nicht übersehen) ihren Tanzpart übernimmt.

     

    Natürlich ist Bombolo wieder mit dabei, bekommt diesmal sogar Gelegenheit, Giraldi das Leben zu retten, wenn auch nicht allein. Bombolo ist Manager eines Boxteams, das immer verliert, weil Bombolos neue Freundin seine Boxer „ermüdet“, ohne dass dieser es mitbekommt. Aber warum Goldmedaillen gewinnen, wenn man sie auch stehlen kann? Dafür hagelt es wie gewohnt von Giraldi Ohrfeigen.

     

    Für den Soundtrack war Franco Micalizzi verantwortlich.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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