Dämonia

Kroatien | Italien, 1987

  • Originaltitel: Aenigma
  • Alternativtitel:

    Internado diabólico (ARG)

    Enigma do Pesadelo (BRA)

    Ænigma

  • Regisseur: Lucio Fulci
  • Kamera: Luigi Ciccarese
  • Musik: Carlo Maria Cordio
  • Drehbuch: Lucio Fulci, Giorgio Mariuzzo
  • Inhalt:

    Kathy (Milijana Zirojevic) wird das Opfer eines grausamen Streiches ihrer Internats-Mitschülerinnen, und auf der Flucht vor dieser demütigenden Situation erleidet sie einen schweren Unfall. Im Krankenhaus liegt sie, nur noch künstlich am Leben gehalten, im Koma, doch ihr Unterbewusstsein sinnt auf Rache, befreit sich von dem fesselnden, unbeweglichen Körper und sucht nach einem neuen Wirt. Zunächst findet ihr Geist Zuflucht neben dem Verstand ihrer geistig zurückgebliebenen Mutter, die im Internat als Putzfrau arbeitet. Doch dann findet Kathy einen geeigneteren Wirt in der neuen Studentin Eva (Lara Lamberti). Ihre Rache kann beginnen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach dem 1982 entstandenen „Amulett des Bösen“ (Manhattan Baby) nahm Regisseur Lucio Fulci erst mal eine Auszeit vom Horrorfilm. Zwar enthielt jeder der vier Filme, die er zwischen 1983 und 1986 drehte ebenfalls gewisse Elemente dieses Genres, aber erst 1987 kehrte er mit „Aenigma“ zu einem reinen Horrorfilmthema zurück.

     

    Mit kleinen Mitteln in Jugoslawien gedreht, markiert „Aenigma“ eine (traurige?) Wende in Fulcis Karriere. Den Weg in die Very-Low-Buget-Produktionen. Zwar gelingt es ihm in nahezu jedem (zu „Das Haus des Bösen“ bzw. "La casa dolce degli orrori" möchte ich mich lieber nicht äußern) der folgenden Filme ein paar Höhepunkte zu setzen, aber insgesamt ging es abwärts. „Aenigma“ enthält aber ein paar interessante Ideen, und dass er sich nun mit einem unterdurchschnittlichen Kameramann begnügen musste, gleicht er aus, indem er für ein paar „Spezialeffekte“ selbst die Kamera übernimmt. Tatsächlich greift er hier auf ein paar klassische Kameraeffekte aus alten Bava-Zeiten zurück, welche wiederum zum Teil auf der Vorarbeit deutscher Stummfilmregisseure beruhen.

     

    Ich möchte speziell (und wie üblich kurz) auf einen Charakter der Protagonisten eingehen: Dr. Anderson, gespielt von Jared Martin. Der ist mir ja schon ein Herzchen. Dass der im Koma liegende Geist von Kathy anscheinend einen Narren an ihm gefressen hat und über den Körper Evas ihre Sehnsüchte mit dem Dr. auslebt, dafür kann er ja nichts. Aber er lässt sich erst bereitwillig von ebendieser Eva (gespielt von Lara Lamberti, eine Nichte von Klaus Kinski) anbaggern, und noch während seine Lippen von Evas Küssen taub sind, glotzt er schon die nächste Studentin völlig unverhohlen an. Und nachdem Eva in die Klapse muss, beginnt er auch sogleich eine Affäre mit ihrer Co-Studentin Jenny (Ulli Reinthaler). Typischer Fall von Dauererektion in einer Arzthose.

     

    Die Blu-ray von 88 Films präsentiert „Aenigma“ in gewohnt guter Bildqualität, allerdings ist das englische Dubbing ziemlich furchtbar. Und achtet mal auf die Schneckenszene, spielt sie von mir aus in Zeitlupe ab – die Schnecken, die da über den Körper (und u. a. in den Mund) der Darstellerin Kathi Wise kriechen sind alle in Bewegung, die Fühler strecken sich hin und her – sprich, die sind alle echt. War bestimmt eine denkwürdige Erfahrung für die Dame, und womöglich sogar der Grund, warum das ihr einziger Film geblieben ist. Lucio Fulci spielt eine kleine Rolle als Polizeiinspektor, aber die in den Datenbanken genannte Sabrina Siani kann ich ums Verrecken nirgendwo entdecken, nicht mal in den Hinterreihen der Statisten. In Italien erlebte „Aenigma“ im August 1988 eine Kinopremiere, bei uns in Deutschland erschien er dagegen nur Direct-to-Video.

     

    Eines möchte ich noch zum Schluss erwähnen, nämlich die Darstellung der Internats-Lehrerinnen – was für ein freakales Grüppchen. Die Schulleiterin erinnert optisch gar nicht wenig an Lorraine de Selles Darstellung der Gefängnisdirektorin in Bruno Matteis „Laura – Eine Frau geht durch die Hölle“, leider verfolgt Fulci diesen Gedanken aber nicht exploitativ weiter...denn die ist scharf.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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