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The Crimes of the Black Cat

Italien, 1972

  • Originaltitel: Sette scialli di seta gialla
  • Alternativtitel:

    7 mord i København (DK)

  • Regisseur: Sergio Pastore
  • Kamera: Guglielmo Mancori
  • Musik: Manuel De Sica
  • Drehbuch: Sandro Continenza, Sergio Pastore, Giovanni Simonelli
  • Inhalt:

    Der blinde Pianist Peter Oliver bekommt in einem Restaurant zufällig ein Gespräch mit, bei dem es sich möglicherweise um ein Mordkomplott handeln könnte. Bedauerlicherweise bringt er nichts Genaueres in Erfahrung. Als dann tatsächlich ein Mord geschied und es sich dabei auch noch um seine Ex-Geliebte handelt gerät Peter in eine unheimliche und brutale Mordserie, die sich innerhalb der Kopenhagener Modelszene abspielt.

  • Autor: nerofranco
  • Review:

    Obwohl Regisseur Sergio Pastore eine durchaus umfangreiche Filmographie, sind ja immerhin 12 Stück, vorzuweisen hat sind seine Filme allesamt ziemlich unbekannt und zum Teil wahrscheinlich gar nicht mehr aufzutreiben. Dazu zählt leider auch sein einziger Western Crisantemi per un branco di carogne aus dem Jahre 1968, in dem sich ein Priester auf einen brutalen Rachefeldzug begibt. In den 80’ern drehte er dann einige obskure Werke mit Giorgio Ardisson in der Hauptrolle zu denen unter anderem Apocalisse di un terremoto zählt, von dem immerhin ein sehr schöner Trailer existiert. Als Darstellerin und/oder Drehbuchautorin mit von der Partie war meist auch seine Angebetete Giovanna Lenzi, die ja auch optisch durchaus was zu bieten hat und die Ende der 80’er selbst zwei Filme inszenierte, die wohl ebenso unbekannt sind wie die ihres Göttergatten.

     

    Sein bekanntester Film ist nun der in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen angesiedelte Giallo Sette scialli di seta gialla (Sieben Schale aus gelber Seide), dem aber leider auch keine deutschsprachige Veröffentlichung zu Teil wurde aber immerhin wurde der Streifen schon zwei Mal auf DVD ausgewertet, die beide aber bedauerlicherweise ziemlich, na ja sagen wir mal, bescheiden ausgefallen sind. Die Story hört sich vordergründig mal nicht so besonders aufregend und innovativ an wird aber recht gefällig erzählt und der Mörder bleibt auch bis zum Schluss im Dunklen was für die Spannung doch meistens von Vorteil ist. Der Film dreht sich um eine Mordserie, die in der Kopenhagener Modelszene angesiedelt ist und bei der so manches heiße Model über die Klippe springen muss. Mittendrin befindet sich der blinde Pianist Peter und da sich unter den Ermordeten auch seine ehemalige geliebte befindet und er zudem den möglichen Mörder oder auch Mörderin gehört hat wird er in das ganze Treiben verwickelt. Gemeinsam mit seinem Buttler Burton und der hübschen Blondine Margot macht er sich nun auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter.

     

    Die Hauptrolle des blinden Pianisten Peter Oliver spielt unser alter Western-Spezi Anthony Steffen, der hier so richtig schön steif durch die Gegend staxen darf. Dieser steife und unbewegliche Charakter passt aber ganz gut zu Steffens hölzernem Schauspielstil und zudem liefert er uns auch ein paar ganz witzige Szenen. Einmal staxt er sich so durch ein Fotostudio bis es laut plump macht und er an eine Glocke stößt, vorher hat er noch kräftig geblinzelt, unter der sich ein übel zugerichtetes Opfer befindet und er ganz verdutzt fragt: Cosa c`è? Seinen treuen, aber etwas undurchsichtigen Buttler, spielt der italienische Charakterdarsteller Umberto Raho, der meiner Meinung nach jeden Film in dem er zu sehen ist enorm bereichert. Meine Lieblingsrolle von Raho ist jene in Demofilo Fidanis ...e vennero in quattro per uccidere Sartana!, in dem er den deutschen Faschisten von Krassel spielt, der auf seiner Ranch eine Killerakademie betreibt. Neben Steffen konnte man ihn auch in Edoardo Mulargias und Giampaolo Lomis Al tropico del cancro (Inferno unter heißer Sonne) genießen, dem ja eine wunderbare Veröffentlichung von Camera Obscura zu Teil wurde. Im Laufe der Geschichte bekommt Peter mit der Engländerin Shirley Corrigan in der Rolle der Margot auch noch eine hübsche Begleiterin zur Seite gestellt.

     

    Unter den zahlreichen weiblichen Darstellerinnen finden sich neben Shirley Corrigan noch jede Menge hübsche Mädels, die einem (eventuell) mit der Zunge schnalzen lassen. Als Hauptdarstellerin wird zwar groß Sylva Koscina angekündigt, ihr Part fällt dann aber doch eher kleiner, dafür aber äußerst bedeutend, aus. Sie mimt eine Modedesignerin namens Françoise Ballais, die mit dem alternden Playboy Victor, dargestellt von Giacomo Rossi Stuart, verheiratet ist. Rossi Stuart, den ich vor kurzem in dem guten Giuseppe Vari Western Deguyeo (Für Dollars ins Jenseits) bewundern durfte und der seitdem irgendwie unglaublich schnell gealtert ist, hat hier so seine Schwäche für junge, hübsche Models was ihn aber in so manche Schwierigkeiten manövriert. Pastores Lebensgefährtin Giovanna Lenzi spielt eine drogensüchtige Zoohandlungsbesitzerin, die einst ein großer Zirkusstar war und eine Vorliebe für Katzen hat. Zu den Models gehört unter anderem auch die anmutige, langnasige Anabella Incontrera, die, mir zumindest, aus diversen tollen Western bekannt ist wie etwa aus Leon Klimovskys La sfida dei MacKenna und Julio Buchs Los desperados (Um sie war der Hauch des Todes). Das Beste, eine heiße Sexszene zwischen Incontrera und ihrer Mitbewohnerin, hat uns Pastore aber leider vorenthalten, eine echte Schande sowas.

     

    Aufgrund der eher durchwachsenen Meinungen zu dem Film in den Foren und anderen einschlägigen Untiefen des Netzes hab ich nicht allzu viel erwartet wurde dann aber doch mehr als positiv überrascht. Sergio Pastore ist mit Sette scialli di seta gialla nämlich ein überaus stylischer Giallo gelungen, der streckenweise wunderbar schwungvoll in Szene gesetzt wurde und mit einigen netten Ideen aufwarten kann. Zudem beglückt uns der Film mit jeder Menge bezaubernder Mädels, einen ungewöhnlichen Drehort und sehr schön inszenierte und durchaus brutale Morde, die zudem noch schön blutig ausgefallen sind. Die berühmt-berüchtigte Duschszene hat es wirklich in sich, puh, da stinkt jene aus Hitchcocks Psycho mächtig ab. Optisch ist der Film wirklich gelungen obwohl die mir vorliegende DVD keine gute Qualität aufweist und an den Seiten zudem noch ziemlich beschnitten ist. Pastore hat auch einige sehr interessante und gelungen Schnittfolgen mit eingebaut, die überwiegend bei den sehr schön inszenierten Morden Anwendung gefunden haben und recht effektiv sind. Die Idee mit den Mörderkatzen ist zwar glaub ich nichts neues aber trotzdem recht amüsant und wirkungsvoll.

     

    Ziemlich gut gefallen hat mir auch noch das Ende, bei dem in Rückblenden noch mal die ganzen Ereignisse zusammengefasst werden sowie einiges deutlicher wird warum nun all dieser Schrecken passiert ist. Wer also nur eine kurze Zusammenfassung des Films sehen möchte braucht sich nur den Schluss anschauen. Die ganzen Sets haben mir, wie in so vielen Gialli, auch wieder äußerst gut gefallen da sie stilistisch einfach ganz fabelhaft sind. Die 60’er, 70’er Jahre Sets, vor allem die Wohnungsausstattungen, sind sowieso eine besondere Stärke der italienischen Filme, speziell im Giallo, zu der Zeit. Zudem liefert uns Pastore ein paar nette Impressionen aus dem Kopenhagen der 70’er. Der Soundtrack von Mario De Sica kann sich auch hören lassen, untermalt er doch wunderbar die ganzen Geschehnisse.

     

    Sergio Pastores Giallo Sette scialli di seta gialla hat mir außerordentlich gut gefallen und sehr viel Spaß bereitet. Hervortun kann sich der Film durch eine schwungvolle sowie stilvolle Inszenierung, schönen, brutalen Morden, ordentliche DarstellerInnen inklusiver jeder Menge netter Mädels und einem guten, sich sehr gut einfügenden Score. Sette scialli di seta gialla ist ein überaus unterhaltsamer und sympathischer Giallo, mit dem eigentlich jeder seine Freude haben müsste.

  • Autor: nerofranco
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