The Correspondence

Italien, 2016

  • Originaltitel: La corrispondenza
  • Alternativtitel:

    La correspondencia (ESP)

    Te amaré eternamente (MEX)

    A Correspondência (POR)

    Correspondence

  • Regisseur: Giuseppe Tornatore
  • Kamera: Fabio Zamarion
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Giuseppe Tornatore
  • Inhalt:

    Die Studentin Amy Ryan (Olga Kurylenko) hat eine Affäre mit ihrem verheirateten und deutlich älteren Tutor Prof. Ed Phoerum (Jeremy Irons). Aber es ist nicht nur eine bloße Liaison, die innige Liebe zwischen den Beiden ist beispiellos, obwohl sie oft über lange Zeit hinweg nur über Telefonate, SMS oder Skype stattfindet. Amy und Ed sind intellektuelle und emotionale Seelenverwandte.

     

    Während einer Vortragsreise Phoerums kann Amy ihn plötzlich nicht mehr persönlich erreichen, und als sie schließlich selbst einen seiner Vorträge besucht, verkündet zu Beginn eine Vertretung, dass Ed vor einer Woche an schwerer Krankheit verstorben sei. Amy erhält aber weiterhin Nachrichten von ihm, per SMS und Twitter, und in Form von Videobotschaften.

     

    Sie begibt sich auf Spurensuche, doch ihre Hoffnung, Ed könnte noch am Leben sein, wird schnell zerstreut. Vielmehr scheint er vor seinem Tod ein Netz von persönlichen Botschaften in jeglicher nur denkbarer Form für Amy hinterlassen zu haben, weil er nicht den Mut aufbrachte, ihr persönlich von seinem baldigen bevorstehenden Tod zu erzählen.

     

    Zudem hat er ihr einen Code hinterlassen, mit dem sie diese Mitteilungen aus dem Jenseits stoppen kann. Als Ed in einer Videobotschaft das heikle Thema von Amys Mutter und dem Tod des Vaters anschneidet, sendet Amy in ihrer Wut den Code, bereut es jedoch schon bald darauf. Ihre Versuche, noch an die restlichen Mitteilungen ihres Geliebten zu kommen, bringen sie schließlich in Kontakt mit Eds Tochter Victoria (Shauna MacDonald).

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Wäre ich jetzt hundsgemein, könnte ich jetzt die Frage aufwerfen, haben wir so etwas ähnliches nicht 2007 mit Hilary Swank in „P.S. Ich liebe dich“ erfolgreich vermieden? Nein, natürlich nicht, denn „La Corrispondenza“ ist ein Tornatore-Film und kein seichtes Hollywood-Kino. Und auch Jeremy Irons ist ein anderes Schauspiel-Kaliber als ein Gerard Butler.

     

    „La Corrispondenza“ gehört zur neuen -FilmGeneration aus Giuseppe Tornatores Feder, geschrieben und gedreht in Englisch, die italienische Fassung ist gedubbt. Anfangs hatte ich noch den Verdacht, dass er uns ähnlich wie in „Eine reine Formalität“ (1994) oder „Die Unbekannte“ (2006) in die Irre führen will, was den späteren Verlauf der Handlung betrifft, doch er bleibt knallhart beim Thema und zieht das bis zum Ende durch. Und das Thema ist Verlust. Eine beispiellose, fast schon unglaublich starke Liebe und deren Ende, das sich einfach nicht einstellen sondern über den Tod hinaus bestehen will.

     

    Dabei gibt es Rückschläge. Ed und Amy haben stets in ihrer gemeinsamen Welt gelebt, unangenehme Dinge voneinander ferngehalten. Neben Eds Videobotschaft in Bezug auf Amys Eltern, und dass er heimlich ihre Mutter besucht hätte, bietet sich eine der erschütterndsten Szenen des Films, nachdem es Amy gelungen ist, einen Chip mit unbearbeiteten Originalvideos von Eds Botschaften in ihren Besitz zu bringen. Dort sieht sie, was Ed bewusst vor ihr verborgen hielt – seinen gesundheitlichen und geistigen Verfall (Hirntumor), ein krasser Gegensatz zu den liebevollen Botschaften, die sie bisher zu sehen bekommen hat. Und so dämmert es allmählich auch dem Zuschauer, dass Eds Botschaften Amy nur einen Aufschub von ein paar Monaten verschafft haben, dann wird auch sie sich mit dem Unvermeidlichen abfinden müssen.

     

    Eine nette Nebenhandlung bietet dagegen Amys Arbeit als Stuntfrau. In einer Szene, in der Amy eine Selbstmörderin spielt, die sich erhängt, löst sich der Haken an ihrem Rücken, der das tatsächliche Erhängen des Darstellers verhindern soll – damit hat ja auch Mario Adorf mal so seine schlechten Erfahrungen gemacht.

     

    Zwei Kritikpunkte, falls ich das schaffe. Wenn ich schon mit dem Zählen anfange, wird das ja meist nichts. Den Ersten (noch geht‘s) traue ich mich nach dem ganzen Schnitt-Theater und sogenannte Internationale Fassungen von „Cinema Paradiso“ (1988), „Die Legende vom Ozeanpianisten“ (1998) und „Der Zauber von Malena“ (2000) fast gar nicht anzubringen, aber – „La Corrispondenza“ ist zu lang. 90 Minuten wären hier perfekt gewesen, aus Gründen der Dramatik. Wenn man einen emotionalen Höhepunkt aufgebaut hat, der Zuschauer bis ins Mark erschüttert und das Taschentuch vollgeheult ist, braucht es eine Pause. Einen kleinen Themenwechsel, der die Stimmung wieder allmählich aufbaut. Die gibt es ja auch, leider gibt es aber ebenfalls direkt aufeinanderfolgende solcher Höhepunkte der Dramatik, wo man als Zuschauer denkt, zu Viel des Guten.

     

    Der zweite Kritikpunkt...ist mir leider inzwischen entfallen. Allerdings, auf ein paar der Momente mit CGI-Effekten hätte ich durchaus verzichten können. Herausragend ist die Kameraarbeit, und wenn „La Corrispondenza“ keine Reisewelle zur Isola di San Giulio auslöst, dann weiß ich auch nicht. Ennio Morricone geht es ruhig an, und hier hätte ich schwören können, dass die E-Gitarren-Parts von David Gilmour gespielt werden, so unverwechselbar klingt das. Damit lag ich aber anscheinend falsch. Angeblich irgendwelche Tschechen, aber noch bin ich bereit zu streiten.

     

    Habe ich schon Olga Kurylenko erwähnt? Noch ein Grund, sich „La Corrispondenza“ unbedingt anzuschauen. Jedermanns Geschmack wird dieser Tornatore-Film allerdings nicht treffen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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    IMDb

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