Ciak si muore

Italien, 1974

  • Alternativtitel:

    Clap, You're Dead

  • Regisseur: Mario Moroni
  • Kamera: Giovanni Raffaldi
  • Musik: Aldo Bonocore
  • Drehbuch: Roberto Mauri, Mario Moroni, Gianfranco Pagani
  • Inhalt:

    Nachdem ein unbekannter Mörder ausgerechnet während den Dreharbeiten eines recht sonderbar wirkenden Films der jungen Hauptdarstellerin hinterhältig den Gar ausmachte, erhält Kommissar Menzel (George Ardisson) von seinem Vorgesetzten den Auftrag zur Ermittlung des Täters und begibt sich sogleich in Begleitung einer ganzen Polizeibeamtenschar zum Ort des grausamen Geschehens, einem ranzigen Filmstudio am Rande der Stadt. Doch leider helfen ihm die Zeugenaussagen der anwesenden Filmcrewmitglieder zunächst auch nicht viel weiter, da diese weder konkrete Angaben zum Tathergang, noch zur Person des gesuchten Mörders machen können. Das Einzige, was von einigen der Anwesenden gesehen werden konnte, war lediglich der Schatten des mutmaßlichen Täters, welcher sich nach der grausamen Entdeckung unerkannt aus dem Staub machte. Im weiteren Ermittlungsverlauf gerät dann aber plötzlich der ehemals am Filmset beschäftigte Elektriker Richard Hansen (Ivano Staccioli) ins Visier des unermüdlichen Ermittlers, da dieser kurz zuvor seinen heißgeliebten Job aufgrund einer Intervention unserer verblichenen Hauptdarstellerin von der verantwortlichen Produktionsfirma gekündigt bekam. Zwar kann Hansen gegenüber Kommissar Menzel zunächst ein vermeintlich wasserdichtes Alibi vorweisen, gerät aber spätestens nach einem erneuten Mordtat an einer weiteren Schauspielerin der laufenden Filmproduktion erneut ins Blickfeld des Ermittlers. Von Panik getrieben startet Hansen daraufhin völlig unüberlegt eine halsbrecherische Flucht vor der Polizei, da er unter keinen Umständen in eine der zahlreichen italienischen Haftanstalten einfahren möchte. Wird es der Polizei gelingen, Hansen rechtzeitig fest zu setzen, bevor es schließlich zu weiteren grausamen Mordtaten kommt?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    „Das Geheimnis der schwarzen Herrenschuhe“

     

    Bei CIAK SI MUORE (was auf deutsch sinngemäß so viel heißt wie: KLAPPE – DU BIST TOT) handelt es sich wahrlich um keine Sternstunde der gelblichen Genrefilmgeschichte, da sich sowohl die Inszenierung der recht einfach strukturierten Geschichte, als auch das handwerkliche Können der am Entstehungsprozess beteiligten Filmschaffenden schwer in Grenzen hält. Aber dennoch ist es dem in erster Linie als Drehbuchautor bekannten Regisseur Mario Moroni gelungen, einen recht unterhaltsamen und zugleich auch irgendwie liebenswürdigen Genrevertreter auf die Beine zu stellen, der trotz seiner zahlreichen Schwächen aber immer noch ein ausreichendes Maß an Unterhaltung bietet und unterm Strich doch recht gut angeschaut werden kann. Dabei enthält dieser recht unspektakulär inszenierte Low Budget Thriller sogar parodistische Anleihen, welche schlussendlich wie satirische Seitenhiebe auf die gelblastigen Genrefilme dieser Epoche wirken und dabei sogar in Grenznähe zur Albernheit angesiedelt sind, ohne diese aber letztendlich zu überschreiten.

     

    Der filmische Werdegang des werten Herrn Moronis fällt dabei auch recht überschaubar aus, wobei er neben seiner Funktion als angestammter Regieassistent von Tonio Boccia für diesen auch noch die Drehbücher für „MARCO DER UNBESIEGBARE“ und „MEIN LEBEN FÜR DIE RACHE“ verfasste. Darüber hinaus zeigte er sich auch für das Skript zu Mario Bavas „VIER MAL HEUTE NACHT“ verantwortlich und inszenierte neben CIAK SI MUORE und zwei Mini-TV-Serien mit „DJANGO – UNERBITTLICH BIS ZUM TOD“ lediglich noch einen abendfüllenden Spielfilm.

     

    Bei CIAK SI MUORE handelt es sich dann praktisch um einen Film im Film, bei dem die Mordserie im Rahmen einer sonderbar wirkenden Filmproduktion stattfindet und das Genre selbst mit einem eher humoristischen Blick geahndet wird. Der entstehende Film im Film gestaltet sich dabei anhand seiner Szenenabfolgen etwas wirr, da die Dreharbeiten zunächst in einer filmstudioverhafteten Waschstrasse eröffnet werden, bevor es dann auch schon recht schnell zu einer Beerdigungsszene ins Freie geht. Daraufhin folgt eine Art Hexenverbrennung in einer verlassenen Kiesgrube bevor sich dann das große Finale im Stil eines Musicals entpuppt, bei dem ein ganzer Haufen „Bad Girls“ und „diabolikähnlich“ gedresste Superschurken die Bühne stürmen. Dabei kommt es dann auch zu zahlreichen Morden, von denen lediglich der erste im Off stattfindet. Die Folgetaten werden daraufhin wieder expliziter in Szene gesetzt, wobei das zweite Opfer mit einem handelsüblichen Kabel zu Tode gewürgt wird und eine weitere Schauspielerin schmerzhafte Erfahrungen mit den Badewannenarmaturen machen muss, bevor ihr dann im Krankenhaus vom unbekannten Mörder endgültig der Gar ausgemacht wird. Vom Killer selbst sind dabei aber immer nur seine schwarze Herrenschuhe aus Leder zu sehen. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch eine Verfolgungsjagd der etwas anderen Art zu bestaunen, bei der der gejagte Elektriker Hansen „zu Fuß“ vor der motorisierten Polizeiarmada flüchtet.

     

    An vorderster Front ermittelt sich dieses mal George Ardisson (DU STIRBST UM 6 IN TETUAN, YOUR SWEET BODY FOR KILLING, HUMAN COBRAS) in der Rolle des gemächlichen Kommissars Menzels um Kopf und Kragen, wobei ihm zunächst das fehlende Tatmotiv die heftigsten Kopfschmerzen bereitet. Doch nach und nach zahlt sich seine Gelassenheit aus, da er allmählich dem vermeintlichen Täter immer näher auf die Spur zu kommen scheint. Der skurillste Charakter wird dieses mal von Antonio Pierfederici (DIE LETZTEN TAGE VON POMPEJI, DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT, LOVE INFERNO) verkörpert, wobei seine schauspielerische Darbietung des sarkastischen Regisseurs “Benner” zwar zweifelsfrei als gelungen bezeichnet werden kann, seine dargebotenen Regiekünste dabei aber weniger vertrauensvoll wirken. Am Set gibt sich der prätentiöse Regierabauke stets agil, leicht tyrannisch, recht laut und äußerst lebendig, zumal er ständig das angeblich zu fantasielose Skript seines Drehbuchautoren vehement ignoriert und die zu drehenden Szenen dann einfach aus dem Stehgreif heraus frei improvisiert.

     

    Zu guter Letzt wirken bei diesem irrwitzigen Filmproduktionstreiben dann auch noch zwei weitere bekannte Gesichter aus der kunterbunten Genrefilmwelt munter mit, nämlich Ivano Staccioli (FRIEDHOF OHNE KREUZE, DIE DIAMANTENLADY, THE FLOWER WITH THE DEADLY STING) in der Rolle des verdächtigen Elektrikers Richard Hansen und Annabella Incontrera (DAS GESICHT IM DUNKELN, DAS GEHEIMNIS DER BLUTIGEN LILIE, DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL) als eine der an den Dreharbeiten beteiligten Schauspielerinnen.

     

    Der Score stammt dieses mal von Aldo Buonocore und klingt sehr fein. Die stimmungsvoll ekstatischen Hammondrockkompositionen passen sehr gut zu dem Gezeigten und gehen auch direkt ins Ohr.

     

    Fazit: Ein etwas wundersam anmutender Giallo-Thriller, der dennoch recht gut zu unterhalten weiß.

  • Autor: Richie Pistilli
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