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Camorra - Ein Bulle räumt auf

Italien, 1976

  • Originaltitel: Napoli Violenta
  • Alternativtitel:

    Napoli violenta (IT)

    S.O.S jaguar: Opération casseurs (F)

    Death Dealers (UK)

    Sudden Justice (UK – VHS)

    Violent Naples (USA)

  • Regisseur: Umberto Lenzi
  • Kamera: Sebastiano Celeste, Fausto Zuccoli
  • Musik: Franco Micalizzi
  • Inhalt:

    - Ganz ruhig Klunkerdose, ich hab 'nen nervösen Zeigefinger -

     

    Kommissar Eisen ist dieses mal wieder als Commissario Betti (Maurizio Merli) unterwegs, um mit seinen altbewährten Methoden die Straßen Neapels von Dreck und Abschaum zu säubern. Die Camorra terrorisiert im Rahmen ihrer gnaden- und rücksichtslosen Schutzgelderpressungen die ganze Stadt und unter der gesamten Bevölkerung Neapels regiert das nackte Grauen.

     

    Kaum ist Betti im Hexenkessel des Verbrechens angelangt, wartet auch schon gleich der erste Fall auf ihn: Die Frau eines angesehenen Arztes wurde nach einem brutalen Überfall vergewaltigt und auf dem Hafengelände des zwielichtigen Geschäftsmann Francesco Capuano (John Saxon) zurück gelassen. Capuano, der sehr enge Geschäftsbeziehungen zur Camorra unterhält, kann aber letztendlich keine Mittäterschaft nachgewiesen werden. Zudem bittet das Mediziner-Ehepaar den Kommissar inbrünstig um Einstellung des Verfahrens, da sie ihre Schande vor der Öffentlichkeit zurückhalten und die ganze Sache einfach nur vergessen möchten. Doch Betti hat natürlich wie immer die passenden und einfühlsamen Worte parat:

     

    Keine Sorge Si­g­no­re, die Öffentlichkeit wird nichts erfahren, aber bevor diese Verbrecher ungestraft davon kommen, muss man mich erst umbringen. Solange ich atme, entkommt mir keiner

     

    Mit diesen Worten schaltet Betti dann gleich mal ein paar Gänge höher und unterbindet zunächst einen Schmuckdiebstahl, wobei einer der Gangster dabei eine äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Motorhaube und den im Anschluss großzügig verteilten Ferro-Küsschen machen muss. Im weiteren Verlauf klärt der tobende Orkan mit Schnauzbart noch nebenbei so auf die Schnelle einen weiteren Überfall auf, bevor er dann die Peiniger des Mediziner-Ehepaars stellen kann. Leider kann der Hauptverdächtige danach nicht mehr singen...

     

    Zurück im Polizeirevier macht er dann auch noch Bekanntschaft mit dem stadtbekannten Gangster Casagrande (Elio Zamuto), der sich aufgrund seiner Bewährungsauflagen täglich und persönlich auf der Dienststelle melden muss.

     

    Kurze Zeit später kommt es dann zu einem blutigen Banküberfall, indessen Folge ein Zivil-Polizist grausam und kaltblütig über den Haufen geschossen wird. Da er zunächst den Gangster Casagrande hinter dem Überfall vermutet, der ihm aber ein wasserdichtes Alibi vorweisen kann, fährt Betti so langsam zu absoluten Hochtouren auf und versucht seinem Verständnis von Recht und Ordnung den entsprechenden Nachdruck zu verleihen.

     

    Als dann auch noch der Kopf der Camorra - El Generale (Barry Sullivan) einen Mordanschlag auf den mittlerweile ehemaligen Geschäftspartner Capuano und dessen Leibwächter Maffei (Giovanni Cianfriglia) in Auftrag gibt, dreht Betti so richtig ab und der Polizeichef Neapels (Guido Alberti) wird immer nervöser:

     

    Ich bitte Sie Betti, treiben Sie nicht wieder Schindluder mit allen möglichen Paragraphen

     

    Aber Wutbürger Merli sieht bereits absolut rot und im weiteren Filmverlauf kommt es somit noch in mehreren Szenarien (z.B. auf einer Bowlingbahn, in einer Autowerkstatt und in/auf einer Zahnradbahn) zu unausweichlichen Brutalitäten seitens unseres beißwütigen Kommissars, der gerade zur absoluten Bestform aufläuft.

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Sowohl Regisseur Umberto Lenzi, als auch Genre-Ikone Maurizio -Schnauzbart- Merli zeigen sich bei diesem sehr actionreichen und recht harten Polizeifilm-Exemplar in Höchstform und als Resultat wurde der Nachwelt einer der absoluten Höhepunkte dieses Genres hinterlassen.

     

    Der von mir äußerst gerne gesehene uns sehr geschätzte John Saxon gesellt sich dann auch noch Zu diesem Spektakel der selbstjustiziellen Heiterkeit gesellt sich dann auch noch der von meinerseits sehr geschätzte und immer wieder gern gesehene John Saxon, der seine Sache - wie eigentlich fast immer - sehr gut meistert. Sehr Schade, dass Herr Saxon nicht viel mehr als lediglich eine handvoll Filmeinsätze im Polizeifilm-Genre zugesprochen bekam.

     

    Ansonsten ist diese Produktion auch mit weiteren hochkarätigen und immer wieder gerne gesehenen Nebendarstellern besetzt, zu denen u.a. Guido Alberti, Giovanni Cianfriglia, Fulvio Mingozzi oder Tommaso Palladino zählen.

     

    Merli mimt hier wie bereits in -Cop Hunter- und -Verdammte, heilige Stadt (Gewalt rast durch die Stadt)- erneut den beißwütigen Kommissar Betti, der im gesamten Filmverlauf mal wieder so richtig auf die Kacke hauen darf.

     

    Lenzis actiongeladene Inszenierung gehört mit zu seinen besten Polizeifilmen und wartet neben zahlreicher Grausamkeiten auch mit einem toll in Szene gesetzten Motorrad- und Autorennen durch die Innenstadt Neapels auf. Bei der ersten Rennfahrt mit dem Motorrad durch die Stadt in Richtung Revier wurde von Onkel Umberto tatsächlich eine Sequenz gleich mal gedoppelt:

     

    Während der rasanten Fahrt gegen die Zeit biegen die beiden Motorradfahrer an einer Stelle in eine schmale Gasse ab und rasen auf einen einsamen Marktstand zu (45:01 min). Gerade mal 40 sek. später wurde diese Szene erneut in die weiterhin anhaltende Irrfahrt eingebaut. Dafür fehlt dieses mal aber der obligatorische Haufen mit den brennenden Kisten....

     

    Fazit: Ein fulminantes Poliziesco-Feuerwerk der guten Laune.

  • Autor: Richie Pistilli
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