Camorra

Frankreich | Italien, 1972

  • Alternativtitel:

    Camorra a mano armata (IT Video-Titel)

    Gang War in Naples (world wide)

    Omertà - Reden heißt Sterben (Dt. Video-Titel)

    Reden heißt sterben (Dt. TV-Titel)

  • Deutsche Erstaufführung: 15. Juni 1973
  • Regisseur: Pasquale Squitieri
  • Kamera: Giulio Albonico
  • Musik: Manuel De Sica
  • Drehbuch: Pasquale Squitieri
  • Inhalt:

    Tonino Russo (Fabio Testi), Sohn einfacher Arbeiter, rettet am letzten Tag seines zweijährigen Gefängnisaufenthalts einem ihm unbekannten alten Mann das Leben, der von Zellengenossen niedergestochen werden soll. Nach seiner Entlassung gerät er in eine Messerstecherei mit seiner ehemaligen Motorradbande, die er für sich entscheiden kann und fällt dabei dem kleinen Mafia-Boss Mario Capece (Raymond Pellegrin) auf, der ihm Arbeit in seinem Fleischgroßhandel anbietet. Doch dann demütigt Tonino einen Mafia-Freund Capeces, der als Ausgleich dafür seinem Freund in Toninos Namen einen Scheck über 8 Millionen Lire überreicht. Tonino steht nun bei Capece in der Kreide und muss für ihn als fortan als Schuldeneintreiber arbeiten. Allmählich klettert Tonino auf der Erfolgsleiter nach oben und schläft zudem mit Capeces Frau. Capece will ihn nun endgültig loswerden und setzt ihn auf einen Mord an einem der Oberbosse an. Doch der ist ein alter Bekannter Toninos...

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Squitieris Film „Camorra“ überrascht durch eine recht einfache und recht spekulativ umgesetzte Story um den Aufstieg eines Kleinganoven in den Rängen der Mafia, leicht verdaulich im Vergleich zu anderen seinen Filmen. Dabei bewahrt er jedoch ein ausreichendes Maß an Tiefe, Milieustudie und filmischer Klasse, um nicht in den B-Movie Bereich abzudriften.

     

    Im Wesentlichen konzentriert sich die Story auf das von Anfang an nicht sehr respektvolle oder gar freundschaftliche Verhältnis zwischen den Figuren Testis und Pellegrins. Testi zur Seite steht Enzo Cannavale als dessen schon etwas älterer Gehilfe, der mit dessen Unterstützung es doch noch mal zu etwas in der Welt der Mafia bringen will.

     

    Der weibliche Co-Star Jean Seberg dagegen lässt sich die Show ein wenig von der jüngeren und relativ unbekannten Italienerin Germana Carnacina stehlen, die Toninos Verlobte spielt.

     

    Gelungen ist, wie Tonino während seines Aufstiegs zu Ansehen und Geld kommt, aber niemand in seinem Umfeld etwas davon haben möchte. So kauft er seinem armen Vater ein Haus, das dieser nicht beziehen will, seine Verlobte hält zu ihm, geht bei konkreten Zukunftsplänen nun aber auf Abstand. Zudem hat sie eines seiner Opfer gesehen und kann somit nicht vor sich selbst leugnen, wie sich Tonino verändert hat. Besonders im Gedächtnis bleibt auch mindestens eine der Gewaltszenen in einem Schlachthof und Testi spielt hier sehr überzeugend einen „Underling“, der nur seine Arbeit macht aber auch weiß, wann es genug ist.

     

    In einer Nebenrolle sehen wir später Paul Muller (lt. Imdb 242 Filmauftritte!), als es in den altbekannten Bereich Mafia/Bauunternehmen geht.

     

    Die Musik von Manuel de Sica hat Weltklasse, weniger Weltklasse dagegen die deutsche Fassung, die mit einer Länge von 88 Minuten ganze 20+ Fehlminuten aufweist.

     

    Zwei Jahre später konnte man Fabio Testi und Raymond Pellegrin erneut gemeinsam in Squitieris „Die Rache der Camorra“ (Il Guappi) sehen, diesmal mit hochkarätiger Verstärkung durch Claudia Cardinale und Franco Nero.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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