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Caligula III - Imperator des Schreckens

Italien, 1984

  • Originaltitel: Roma. L'antica chiave dei sensi
  • Alternativtitel:

    As Escravas de Calígula - O Império do Sexo e da Violência (BRA)

    Les orgies de Caligula (FRA)

    As Orgias de Caligula (POR)

    Orgies of Caligula

  • Deutsche Erstaufführung: 29. Mai 1988
  • Regisseur: Lorenzo Onorati
  • Kamera: Adriano Mancori, Giacomo Testa
  • Musik: Federico Amati, Marcello Giombini, Pier Carlo Zanco
  • Drehbuch: Gianfranco Parolini, Dan Kelly
  • Inhalt:

    Caligula hat es nicht leicht. Der Tyrann von Rom wird von Alpträumen geplagt, und sein Bruder Gemellus hat ihm die Frau seiner (angenehmen) Träume ausgespannt. Nun hat es die Sklavin Lysia auf den Imperator abgesehen. Doch ihre Zuneigung ist nur ein Schleier, denn Lysia trachtet dem Imperator nach dem Leben.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    „Caligula 3 - Imperator des Schreckens“ kann in keiner Weise mit seinen „Vorgängern“ konkurrieren. Im Prinzip kein „Beinbruch“, da es sich bei „Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen“ und „Caligula 2 - The Untold Story“ um zwei gute Werke über das lasterhafte Leben im alten Rom handelt. Allein diese Tatsache macht es Lorenzo Onoratis Film auch nicht leicht - neben den Genreprägenden Werken von Tinto Brass und Joe D'Amato - erfolgreich zu bestehen. Die Art und Weise wie Onorati diese „Mission Impossible“ allerdings angeht, ist einfach nur schlecht. Von einem Orgienverseuchten Rom und seinem geisteskranken Imperator ist herzlich wenig zu spüren. Der Film kann nur wenige gelungene Momente für sich verbuchen und zeigt sich als ein ödes Gesamtwerk.

     

    „Ich will kein Gott sein!“

     

    So die Aussage von Caligula. Ich kann (und will) Stiefelchens persönlichen Befund nicht akzeptieren. Wer will einen Caligula sehen dem, in seiner Eigenschaft als depressives Weichei, Kullertränen über die Wangen fließen? Aus meiner Sicht sind das Undinge die einer Beleidigung - für das gesamte Sexploitation-Cinema - nahe kommen. All das, was uns Malcolm McDowell und David Brandon als wahnsinnige Tyrannen lehrten, gehört der Vergangenheit an. Robert Gligorov darf nicht einmal als ein schlechtes Plagiat seiner „Vorgänger“ bezeichnet werden, denn diesbezüglich ist seine Darbietung zu nonkonformistisch. Ich frage mich was in den Köpfen der Drehbuchautoren und des Regisseurs vorging, dass man Gligorov in einer solchen Weise agieren ließ. Sein gesamtes Gebaren ist absolut deplatziert. Der Name Caligula steht - im „Kosmos des (S)Exploitation-Film“ - für Gewalt, Tyrannei und Perversion. Eigenschaften von denen Robert Gligorovs Caligula-Verkörperung nichts zu bieten hat. Anstatt wie im Speed Rausch zu wirbeln - agiert Gligorov wie eine Schlaftablette. Der Versuch den Imperator menschlicher - sowie egozentrisch zerrissen - zu zeigen ist (bestenfalls) nett gemeint, denn letztendlich geht der Schuss eindeutig nach hinten los. Sexploitation vor historischem Hintergrund, angeführt von einem stets jammernden Imperator. Eine Konstellation die dem Genre gar nicht gut zu Gesicht steht.

     

    Doch Robert Gligorov ist nicht der einzige - der den Rezipienten mit negativen Apperzeptionen versorgt. Auch der Rest der Besetzungsliste agiert vornehmlich im Bereich des schauspielerischen Bodensatzes. Dabei wird der Dialog zur dominierenden Instanz. Man redet und redet … sagt dabei allerdings so gut wie nichts aus. Wichtige Handlungsstränge – wie die Verschwörung gegen Caligula – werden hingegen im Schnelldurchlauf abgespielt. Ein Bezug zu den beteiligten Personen kann dabei nicht aufgebaut werden.

     

    Neben den fast unendlichen Dialogen und einigen schlechten Sexszenen kommt es zu einem minimalen Action-Anteil. Diese Momente wurden zum Teil mit Archivmaterial erweitert. Einer der ganz wenigen Höhepunkte ist der Auftritt von Caligulas maskierter Leibgarde. Diese wirken - im optischen Sinne – als eine Mischung aus SS und Ku-Klux-Klan. Die Einsätze dieser „römischen Schutzstaffel“ werden von Paukenschlägen begleitet. Ich mag das Einsetzen von Schlaginstrumenten innerhalb von Filmsoundtracks, da diese die Situationen vorantreiben und dramatisieren können. Eine Eigenschaft die mich seit meiner ersten Begegnung mit dem japanischen Historienfilm (vor ca. 35 Jahren) begeistert. Doch das war es auch schon mit der positiven Resonanz zum Caligula 3-Score, denn die restliche musikalische Untermalung besteht aus monotonen (teils nervenden) Synthesizermelodien.

     

    Unter dem Strich ist „Caligula 3 - Imperator des Schreckens“ ein ereignisloser Trip in ein fades Rom. Würde Stiefelchen den Film sichten … ich mag mir nicht ausmalen was dann passieren könnte.

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    Der Film erschien 2003 als die Nummer 78 der X-Rated Reihe. Diese Veröffentlichung (siehe Screenshots) ist ein - mittlerweile - begehrtes Sammlerstück welches mit einem Wert von ca. 60 Euro beziffert ist. Der Datenträger erhält aus Bonusfilm „Die Sexsklavin des Cäsar". Seit 2015 ist „Caligula 3 - Imperator des Schreckens“ auch als kostengünstige Variante von Edel Germany erhältlich.

  • Autor: Frank Faltin
  • Links

    OFDb

    IMDb

     

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