Calde labbra

Italien, 1976

  • Alternativtitel:

    Maîtresse à tout faire (FRA)

    Burning Lips (ITA)

    Excitation

    The French Governess

  • Regisseur: Demofilo Fidani
  • Kamera: Luigi Ciccarese
  • Musik: Coriolano Gori
  • Drehbuch: Otello Cocchi, Demofilo Fidani, Marco Gherardi, Mila Vitelli Valenza
  • Inhalt:

    Die junge Francesca (Leonora Fani) ist sexuell traumatisiert, seit sie Zeuge wurde, wie während eines gewaltsamen sexuellen Aktes zwischen ihrer Mutter Teresa (Rosemarie Lindt) und ihrem Vater (Jacques Stany), Letzterer als Leiche daraus hervor geht.

     

    Während Mutter Teresa eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit wenig Zeit ist, entwickelt Francesca nach anfänglichen Missverständnissen eine innige Beziehung zu ihrer französischen Gouvernante Lisa (Claudine Beccarie), die zu einer lesbischen Beziehung zwischen den Beiden führt. Diese Beziehung wird aber durch die Ankunft von Francescas Freundin Monica (Sofia Dionisio) gestört.

     

    Unterdessen steigen auch Francescas Aggressionen gegenüber ihrer Mutter, die sie mithilfe des Revolvers ihres verstorbenen Vaters zu lösen gedenkt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Dies wird keine Review. Der Grund dafür ist das Fehlen einer aussagekräftigen Fassung dieses Films in meiner Sammlung. Warum schreibe ich das also überhaupt? Wohl in der Annahme, dass ich nicht der Einzige bin, der sich beim Stöbern in Demofilo Fidanis Filmographie auf imdb gewundert hat, wie da ein Porno reinkommt.

     

    Das verwundert nicht zuletzt auch deshalb, dass Schauspielerinnen wie Leonara Fani, Rosemarie Lindt oder Sofia Dionisio (die jüngere Schwester von Silvia Dionisio) sowie Jacques Stany dabei sind. Natürlich ist die Lösung des Rätsels ganz einfach. Unter dem Titel „Calde Labbra“ drehte Demofilo Fidani hier ein Erotik-Drama mit einer Lauflänge von 86 Minuten, mit einer düsteren Story und guten Darstellern. Zu diesen guten Darstellern gehörte auch Claudine Beccarie, die wirklich eine recht gute Schauspielerin ist, aber eben auch sehr erfahren in der französischen Pornobranche. So entstand zeitgleich eine Hardcore-Fassung, nicht mit Fremdmaterial sondern mit gesonderten Szenen, die man mit Beccarie und zwei weiteren Personen während dieser Produktion inszenierte.

     

    Diese Hardcore-Fassung unter dem Titel „Burning Lips“ hat nur eine Laufzeit von 70 Minuten und keinen Schluss, jedenfalls nichts, was man als Handlungsende bezeichnen könnte. Da wird einem mittendrin – Francesca steht mit dem Revolver im Garten, die Mutter kommt von der Arbeit, und...nichts – in knallroten Buchstaben ein FIN (Ende) vor den Latz geknallt. Möchte man also erfahren, wie der Film denn nun eigentlich endet, muss man sich wohl eine andere Fassung zulegen.

     

    Die italienische DVD von „Cine Sexy“ gibt eine Lauflänge von 97 Minuten an. Berücksichtigt man die Laufzeit der italienischen Original-Kinofassung von 86 Minuten und die paar (wirklich wenigen) Hardcore-Szenen der 70-minütigen Pornofassung, könnte es sich somit um einen Zusammenschnitt beider Versionen handeln.

     

    Wie auch immer, Demofilo Fidani war nach eigener Selbstdefinition ja besonders dem Western zugetan. Betrachtet man sich aber beispielsweise seinen recht gut gelungenen Giallo „A.A.A. Masseuse, Good-Looking, Offers Her Services“ oder die guten Ansätze von „Calde Labbra“ und vergleicht dies mit seinen doch eher gurkigen Western-Versuchen, hat er sich mit dieser Selbstdefinition meiner Ansicht nach keinen Gefallen getan.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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