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Buddy haut den Lukas

Italien, 1980

  • Originaltitel: Chissa perché... capitano tutte a me
  • Alternativtitel:

    El supersheriff (ESP)

    Faut pas pousser! (FRA)

    Why Did You Pick on Me? (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 11.12.1980
  • Regisseur: Michele Lupo
  • Kamera: Franco Di Giacomo
  • Musik: Maurizio de Angelis, Guido De Angelis
  • Drehbuch: Marcello Fondato, Francesco Scardamaglia
  • Inhalt:

    Nachdem der kleine Außerirdische H7-25 (Gary Guffey) an der Seite von Sheriff Hall (Bud Spencer) in der Vergangenheit zuviel Aufsehen erregte, ist er fortan mit dem Gesetzeshüter auf der Flucht vor dem Militär. Dabei gelangen die beiden in das Südstaaten-Kleinkaff Monroe, welches dringend einen neuen Sheriff benötigt, da Verbrechen und Chaos wohl an der Tagesordnung steht. Nach anfänglichen Zweifeln läßt sich Hall aber dennoch von Charlie (denn H7-25 klingt ja nicht gerade irdisch) überreden zu bleiben und den Job anzunehmen. Dabei muss er gleich damit anfangen, in seiner gewohnten Manier mit jeglichen Strolchen aufzuräumen und die Strassen Monroe's vom aufkeimenden Dreck zu säubern. Doch damit nicht genug, denn fiese Aliens bauen in der Nachbarschaft gemeine Androiden und wollen die Menscheit durch Gehirnmanipulation versklaven. Da ist nun schnelles Handeln gefragt, denn Charlie wurde von den Fieslingen entführt und da der alleinige Kampf gegen die außerirdische Übermacht wohl aussichtslos scheint, stellen sich die Stadtbewohner hinter ihren Sheriff, um gemeinsam gegen das Übel aus dem All anzutreten.

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Review:

    Tja, es müssen schon fast an die 25 Jahre vorbeigezogen sein, wo ich damals als kleiner Bub an den Weihnachtsfeiertagen vor der Glotze hing, um mir diesen humorvollen Spencer-Klopper zum Festtagsprogramm im Free-TV anzuschauen. Damals fand ich die weißgeschminkten Aliens immer "creepy" - ihre Gefühlskälte und Ausdruckslosigkeit ließen mich als Kind vor dem Screen bibbern und hoffen, das Sheriff Hall die Invasoren schnell zurück in's All prügelt. Eine sehr angenehme Erinnerung jedenfalls - auch wenn ich den Streifen dann über die Jahre aus den Augen verlor und ihn vielleicht auch fälschlicherweise in diese "Kinderfilm-Schublade" steckte - was ich aber nach erneuter Sichtung entkräften kann, auch wenn mir es natürlich dennoch an manchen Stellen etwas zu albern wird.

     

    Bud Spencer macht seine Sache natürlich wie gewohnt ordentlich - der Sympathieträger und verlängerte Arm des Gesetzes darf seine Fäuste etwas mehr als im Vorgänger "Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen" sprechen lassen, schließlich muss ja erst die Stadt vom irdischen Gesindel befreit werden, bevor es den Besuchern aus der anderen Welt an den Kragen geht. Mit Gary Guffey wurde ihm wieder der kleine Außerirdische H7-25 an die Seite gestellt, welcher hier in Charlie umgetauft wurde, um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen und natürlich eine bessere Integration auf der Erde zu ermöglichen. Zusammen ergeben sie ein ungleiches, aber sehr symphatisches Duo - welches schon sehr gut in Michele Lupo's Prequel funktionierte. Als Bösewicht gibts obendrauf noch Claudio Undari (hier als Robert Hundar), ein alter Bekannter aus italienischen Western und Kriminalfilmen - natürlich zumeist die Rolle als Fiesling zugeschrieben bekommen, aber sein Aussehen setzt auch nicht gerade positive Akzente, wonach die Besetzung als Unhold wirklich passend erscheint. Achja, Riccardo Pizzuti darf natürlich nicht in einem Buddy-Film fehlen und nachdem er sich erstmal einen Satz heiße Ohren einfängt, steht er später sogar auf der Seite der Guten - genau wie die restlichen Rüpel, welche vom Sheriff ordentlich durchgeschüttelt wurden, um später mit ihm gegen die Außerirdischen und ihre Horde an manipulierten Opfern, anzutreten. Und das ist ehrlich gesagt auch meine Lieblings-Szene im Film, wenn Sheriff Hall alleine zu einem westernlastigen Score durch die leeren Strassen der Kleinstadt stapft und sich ihm nach und nach die früheren Strolche anschliessen - naiv, aber großartig in Szene gesetzt.

     

    Apropos Naivität, ist es dieser nicht hauptsächlich geschuldet, dass Filme wie Lupo's Sequel hier, durch ihre liebenswert-nostalgische Art erst so richtig sehenswert gemacht werden kann? Klar, gegen Ende wird es zwar auch mir etwas zuviel vom Geblödel, aber ich drücke in solchen Fällen gerne mal ein Auge zu. Übrigens wirken die grell-geschminkten Invasoren heute überhaupt nicht mehr gruselig, eher verspührt man ein Gefühl der abgenutzten Billigkeit, aber ich mußte dennoch über die Darstellung mit silberblonden Perücken und Sonnenbrillen, welche über ihre ausdruckslosen Gesichter gestülpt wurden, schmunzeln. Und auch wenn die Logik hier in manchen Fällen doch sehr offensichtlich zu wünschen läßt (und damit ist jetzt nicht die außerirdische Thematik oder ihre Folgen gemeint), tut es der niedlichen Klopper-Sause eigentlich keinen Abbruch - einfach zurücklegen und wieder etwas Kind sein, dann funktioniert der Genuss auch noch Jahre später, wenngleich auch nicht mehr mit der damaligen Intensität.

     

    Übrigens haben die Angelis-Brüder noch einen feschen Soundtrack kredenzt, welcher von Country bis hin zu synthielastigen Klängen fein die Handlung umrahmt, auch wenn der Titelsong vom Vorgänger sich etwas mehr im Gehörgang verankern konnte. Dennoch wieder gute Qualität von den Onions - ohne diese Musik würden Film dieser Art weitaus farbloser daherkommen.

     

    Einen gelungenen Nachfolger konnte Regisseur Michele Lupo hier raushauen, zwar wie gesagt an manchen Stellen etwas zu sehr mit Albernheit überfrachtet, aber dennoch mit einer großen Portion nostalgischer Sympathie gesegnet - so soll es letztendlich sein und eigentlich hofft man insgeheim doch nur, das Buddy so viel wie möglich austeilt, denn dafür werden seine Filme geliebt!

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Links

    OFDb

    IMDb

     

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