Blutrausch

Italien | Vereinigtes Königreich, 1973

  • Originaltitel: Senza ragione
  • Alternativtitel:

    Dreckige Wölfe (D – VHS)

    Le salopard (F)

    Sans pitié (F - Alternativ)

    Ríos de sangre (ES)

    Redneck (Int.)

  • Regisseur: Silvio Narizzano
  • Kamera: Giorgio Tonti
  • Musik: Maurizio Catalano
  • Drehbuch: Win Wells, Rafael Sánchez Campoy, Masolino D'Amico
  • Inhalt:

    Die beiden Kleinkriminellen Memphis (Telly Savalas) und Dino Bianco a.k.a. Mosquito (Franco Nero) begehen am hellichsten Tag einen Überfall auf ein Juweliergeschäft, wobei der unschuldige Händler sein Leben lassen muss. Gemeinsam mit der Bordsteinschwalbe Maria (Ely Galleani) beginnt eine halsbrecherische Flucht vor der Polizei durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, die aber bereits nach sehr kurzer Zeit aufgrund eines Unfalls auf dem Marktplatz ihr jähes Ende findet. Doch der unberechenbare und völlig wahnsinnige Amerikaner Memphis ist ein Mann der Tat und krallt sich daher gleich das nächstparkende Kraftfahrzeug, um schnellstmöglich die Flucht vor dem bereits anrollenden Polizeikommando fortsetzen zu können. Nachdem der irrsinnige Verbrecher-Trupp ihre Verfolger fürs Erste abschütteln konnte, müssen die 3 Systemverächter zu ihrer großen Überraschung feststellen, dass sich in dem geklauten Fluchtfahrzeug ein kleiner Junge befindet, der sich bis dato bestens unter einer Wolldecke verstecken konnte. Da es sich bei Lennox Anthony Duncan (Mark Lester) um den Sohn eines sehr hohen Beamten der Vereinigten Nationen handelt, nutzen die Übeltäter ihre Chance und setzen das hilflose Bürschchen als Freifahrtsschein zum Passieren der mittlerweile überall errichteten Polizeisperren ein. Doch je länger die Flucht andauert, desto stärker eskaliert die Situation unter den Flüchtigen, da Memphis immer wahnsinniger zu werden scheint und dabei in einen unaufhaltsamen Blutrausch verfällt.

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Dieser recht harte und kompromisslose Gangsterfilm von Regisseur Silvio Narizzano ist eigentlich ein sehr interessanter Genrevertreter, dem aber aufgrund der dt. Synchronisation so einiges zugesetzt wurde. Völlig unpassend wurde dieser ernsten Inszenierung hierzulande eine Klamauk-Synchronisation verpasst, die ihres Gleichen sucht. Hier wird ein dermaßen hohes Maß an albernen Kalauern geboten, dass sogar Cheech und Chong dagegen wie unschuldige Waisenkinder aussehen.

     

    Man hat es hier sogar geschafft, Telly Savalas über die gesamte Filmlaufzeit keinen einzigen "normalen" Satz von sich geben zu lassen. Dafür darf dieser ausschließlich ein durchstrukturiertes Sprüchegewitter in Form von kalauerüberladenen Dialogen auf den völlig hilflos ausgelieferten Zuschauer los lassen und zerstört somit die ursprüngliche Filmatmosphäre. Für Freunde solcher Albernheiten dürfte diese Synchronisation das reinste Fest darstellen, mir persönlich ist diese aber ein Graus.

     

    Dabei legen die beiden Hauptdarsteller eine tadellose Leistung an den Tag, wobei gerade Telly Savalas in seiner Rolle des psychopatischen Memphis den Vogel abschießt: Er verkörpert den skrupellosen und schießwütigen Maniac mit voller Bravour und hinterlässt über den gesamten Filmverlauf eine kunstblutrote Spur, die sich gewaschen hat. Der gefühlskalte Savalas mordet sich fröhlich durch den gesamten Film und macht dabei noch nicht einmal vor einem kleinen Hirtenjungen halt, den er mit einem gezielten Schuss aus seiner todbringenden Waffe eiskalt ins Jenseits befördert. Neben weiteren unschuldigen Opfern himmelt der bestialische Savalas zudem eine ganze deutsche Urlauberfamilie, indem er diese in ihrem Wohnwagen gefangen über die Klippe springen lässt.

     

    Franco Nero zeigt dagegen in seiner Rolle als Mosquito sogar ab und an ein paar menschliche Züge und nimmt sich letztendlich dem Minderjährigen Entführunsopfer an. Aber gegen den Wahn eines Herrn Savalas hat auch er nichts entgegenzusetzen...

     

    Fazit: Ein schonungsloser Road-Movie mit zwei bestgelaunten Hauptdarstellern, der sich aber in der deutschen Sprachfassung leider als ein albernes Trash-Feuerwerk mit einem unaufhaltsamen Kalauerdauerfeuer entpuppt.

  • Autor: Richie Pistilli
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