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Blackmail

Deutschland | Italien, 1974

  • Originaltitel: Lo strano ricatto di una ragazza per bene
  • Alternativtitel:

    Kötü yol (TUR)

  • Regisseur: Luigi Batzella
  • Kamera: Giorgio Montagnani
  • Musik: Marcello Gigante
  • Drehbuch: Luigi Batzella
  • Inhalt:

    „Lass uns 100 Millionen fordern. Nein, warte. Ich habe eine bessere Idee: 200 Millionen! Denk an all die Drogen, die wir dann kaufen können... Was sagst Du?“

     

    Die leichtlebige Babel (Brigitte Skay) ist ein feierwütiges Partyluder aus gutem Haus, die ihrem Vater Herman (Umberto Raho) aufgrund ihrer ständigen Eskapaden das Leben nicht gerade einfach macht. Ihr werter Herr Papa ist nämlich ein angesehener Großindustrieller, dem der gute Ruf seiner Familie in der Öffentlichkeit über Allem steht und dementsprechend über die aktuellen Presseberichte seines etwas vom rechten Weg abgekommen Töchterleins mal wieder alles andere als erfreut ist. Denn Babel wurde während einer Razzia in einem stadtbekannten Szene-Club von den unerbittlichen Ordnungshütern im völlig zugedröhnten Zustand und zudem im Besitz einer nicht gerade geringen Menge an Marihuana aufgegriffen, was wiederum für das skandalträchtige Pressewesen ein gefundenes Fressen darstellte. Doch kaum wieder zuhause angekommen, zeigt das verzogene Gör dem empörten Herman und dessen attraktiven Lebenspartnerin Stella (Rosalba Neri) geradewegs die kalte Schulter und begibt sich gemeinsam mit ihren Freunden Eva (Nuccia Cardinali), Claudio (Benjamin Lev) und Rick (Claudio Giorgi) auf dem direkten Weg zum Strand, um dort weiterhin ungestört den heißgeliebten Drogen frönen zu können.

     

    Nachdem so einige der lustigen Zigaretten die Runde gemacht haben, unterbreitet die bis unter die Haarspitzen zugekiffte Babel ihren gleichfalls völlig breiten Mitstreitern aus heiterem Himmel den unglaublichen Vorschlag, doch einfach mal so nebenbei eine Entführung ihrer Person vorzutäuschen, um somit im Anschluss von ihrem bemitleidenswerten Vater das geforderte Lösegeld einsacken zu können. Gesagt, getan und schon kurz darauf finden sich die 4 Freunde in der zur Zeit unbewohnten Villa von Claudios Schwester Paola (Darla Abrem) ein, um von dort aus völlig ungestört und in aller Ruhe ihren perfiden Plan in die Tat umsetzen zu können.

     

    Doch gerade als die Sache ins Rollen gebracht wird, kommt es urplötzlich zu einem unerwarteten Zwischenfall, da Paola und ihr Ehemann Marcel (Lorenzo Piani) bereits einige Tage früher als ursprünglich erwartet aus ihrem Urlaub zurückkehren. Da es mittlerweile für die 4 Potheads kein zurück mehr gibt und die geplante Sache unter keinen Umständen scheitern darf, werden die ahnungslosen Rückkehrer gleich mal gegen ihren Willen in Sicherheitsverwahrung genommen. Aber auch die anschließende Lösegeldübergabe verläuft dann alles andere als geplant und die Situation beginnt ab diesem Zeitpunkt angesichts der überhitzten Gemüter völlig zu eskalieren....

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Regisseur Luigi Batzella (Auch Djangos Kopf hat seinen Preis 1972, Nude for Satan 1974, SS Hell-Camp 1977) ist mit dieser niedrig budgetierten Filmproduktion nicht gerade der große Wurf gelungen, da die ganze Inszenierung ein wenig oberflächlich und unvollendet wirkt und die Geschichte an manchen Stellen recht vorhersehbar erzählt wird. Um das Ganze letztendlich ein wenig spektakulärer wirken zu lassen, wurde der zahme Filmverlauf einfach mal durch ein paar freizügige Liebesszenen mit der Skay erweitert, wobei diese expliziteren Szenen schlussendlich wie aufgesetzt wirken und den Filmverlauf eigentlich alles andere als bereichern.

    Aber schließlich konnte dieser Streifen doch noch recht gut unterhalten, da das in 2-facher Hinsicht überraschende Finale und die phänomenale Darbietung von Frau Skay die inszenatorischen Schwächen wieder einigermaßen ausgeglichen bekommen. Sehr Schade, dass dieser italienisch-deutschen Co-Produktion eine Auswertung für den hiesigen Markt verwehrt blieb...

     

    Brigitte Skay darf bei dieser Sause mal so richtig auf den Putz hauen und spielt sich dabei als dauerbreites und dauerbereites Partyluder sprichwörtlich die Seele aus dem Leib. Schon gleich in der Eröffnungsszene wird dem Zuschauer eine völlig berauschte Brigitte präsentiert, die sich in einem untergrundigen Beatschuppen völlig ekstatisch um Kopf und Kragen tanzt und sich dabei ziemlich schnell ihrer bereits sehr spärlichen Oberbekleidung entledigt. Dies hat zur Folge, dass man die gute Dame in den ersten 20 Minuten fast ausschließlich zugedröhnt und mit enthüllter Oberkörper-Partie bewundern darf. Glücklicherweise darf Frau Skay dieses Mal ihr schauspielerisches Talent in der (Haupt-)Rolle der eiskalten, egozentrischen, verzogenen, undankbaren und drogenverseuchten Frohnatur Babel auch mal etwas ausgiebiger zur Schau stellen und kann damit durchwegs zur vollsten Zufriedenheit überzeugen. Zu einem der zahlreichen Höhepunkte dieses furiosen Auftritts gehört zweifelsfrei das brillant gespielte Telefonat mit ihrem Vater, wobei Frau Skay diesen auf eine höchst dramatische Art und Weise über ihre angebliche Entführung in Kenntnis setzt.

    Ansonsten vertreibt sich die Potlady ihre Freizeit mit dem Dauer-Konsum berauschender Kräuter und vergnügt sich wechselweise mit ihren beiden männlichen Mitstreitern, wobei der Kurzbesuch eines farbigen Dienstmädchens eine willkommene Abwechselung sondergleichen darstellt.

     

    Rosalba Neri wurde hingegen eine sehr knapp bemessene Spielzeit zugesprochen, welche sie aber mit ihrer unvergleichlichen Präsens bestens ausfüllt und dabei ihre wohlgeformten Beine in voller Pracht zur Schau stellen darf. Genre-Film-Urgestein Umberto Raho legt dann in der Rolle des verzweifelten Vaters eine gewohnt solide Darbietung an den Tag, wobei er nicht nur den Schicksalsschlag durch sein undankbares Töchterlein verpasst bekommt...

     

    Fazit: Eine etwas unausgegorene Inszenierung, die sich aber aufgrund des spektakulären Auftritts von Brigitte Skay in eine äußert unterhaltsame Filmsause wandelt und mit ihrem Ende sogar noch überraschen kann.

  • Autor: Richie Pistilli
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