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Black Emanuelle - 2. Teil

Italien, 1976

  • Originaltitel: Emanuelle nera: Orient reportage
  • Alternativtitel:

    Black Emanuelle 2. Teil - Ein Hauch exotischer Sinnlichkeit (Alt.)

    Emmanuelle - Im Teufelskreis der Leidenschaft (Alt.)

    Emanuelle negra se va a oriente (ES)

    La possédée du vice (FR)

    Black Emanuelle goes east (GB)

    Love experiments (HK)

    Emanuelle in Bangkok (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 07. Januar 1977
  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Nico Fidenco
  • Drehbuch: Ottavio Alessi, Maria Pia Fusco, Piero Vivarelli
  • Inhalt:

    Emanuelle reist zusammen mit ihrem Lover Roberto nach Bangkok, wo sie hofft den König interviewen und fotografieren zu können. Die beiden (Emanuelle und Roberto, nicht der König) erkunden die Stadt gemeinsam mit dem Cousin des Königs Prinz Sanit, einem befreundeten US-amerikanischem Ehepaar und einer thailändischen Masseurin. Man kommt sich bei Nachtclubbesuch und Opiumpfeife schnell näher, bevor dann Roberto zu Ausgrabungen nach Casablanca gerufen wird. Kurz darauf werden Emanuelle die Papiere und die Kamera gestohlen, und nach einer durchstandenen Gruppenvergewaltigung durch die Bodyguards des mittlerweile wegen eines Putsches inhaftierten Prinzen schaut sie, dass sie so schnell wie möglich ebenfalls nach Casablanca kommt. Dort verlustiert sie sich mit Roberto, dessen neuer Verlobten, einem Haufen Beduinen und der Tochter des amerikanischen Botschafters. Dies wird Roberto dann allerdings irgendwann zuviel und er verlässt Casablanca. Emanuelle wird nach Paris abberufen, und der Film ist aus …

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Nach dem Erfolg der Emmanuelle-Filme mit Sylvia Kristel haben die Italiener bereits ein Jahr später mit ihrer eigenen Reihe nachgezogen, der Black Emanuelle-Serie (man beachte die aus rechtlichen Gründen verschiedenen Schreibweisen). Witzig ist dabei, dass Laura Gemser durch ihre Rolle im zweiten Kristel-Emmanuelle die Rolle der Black Emanuelle angeboten bekam, und damit ihren Durchbruch als Schauspielerin feierte. Der Unterschied zwischen den beiden Damen, und sicher auch ein Grund für den Erfolg der Black Emanuelle-Reihe, ist, dass Sylvia Kristel sich ihrer Sexualität erst bewusst werden musste und Lernbedarf hatte. Laura Gemser hat in ihrer Rolle sicher keinen sexuellen Lernbedarf mehr sondern geht auch gerne mal offensiv vor …

    Und so schauen wir der dunkelhäutigen Schönheit in ihrer attraktivsten Zeit zu, wie sie Liebe mit Männlein und Weiblein und am besten gleichzeitig macht, exotische Gegenden bereist, und sich mit ihrem tatsächlichem Ehemann Gabriele Tinti liebt und zofft. Ich schätze mal, wenn die beiden Ehekrisen hatten haben sie das in ihren vielen gemeinsamen Softsex-Filmen kompensiert. Macht wahrscheinlich mehr Spaß als ein Paartherapeut und bringt auch noch Geld anstatt dass es etwas kostet …

     

    Natürlich kann man BLACK EMANUELLE 2 einerseits als unerheblich ansehen, womit man sich aber einen Teil des Spaßes selber versaut. Man kann sich nämlich andererseits auch an den von Joe d’Amato perfekt ins Bild gesetzten Schönheiten erfreuen, und damit meine ich nicht nur die Mädels sondern auch die Reisebilder. Vor allem Bangkok wird von seiner schönsten Seite gezeigt, und das ist mindestens genauso gut wie das ARD Reisemagazin, nur dass Laura Gemser dort nicht blankzieht. Im Ernst, ein wunderschönes Laid Back-Feeling durchzieht den Film, doch gleich daneben lauert diese Melancholie die den Film durchzieht und eine ganz eigene und besondere Stimmung aufbaut. Sie ist schwer zu beschreiben diese Atmosphäre – die Füße hochlegen, sich an die LiebhaberInnen vergangener Zeiten erinnern und dabei ganz leicht wehmütig werden, nur ein klein wenig, das trifft es vielleicht am ehesten.

     

    Was wäre noch auf der Haben-Seite zu finden? Als Kameramann war d’Amato schon ein As, und entsprechend sind die Bilder wie bereits erwähnt allererste Sahne. Gleich zu Beginn gibt es eine wunderschöne Sequenz in der Emanuelle versucht Bilder in der Dunkelkammer zu entwickeln, und Roberto sie andauernd auf jede verfügbare Stelle nackter Haut zu küssen versucht. Irgendwann küsst er ihre Beine und rutscht langsam, nach oben. Die Kamera zeigt dann ihre Hände, die sich zunehmend verspannen. Ein wahrer Meister muss nicht immer alles zeigen, Kopfkino kann so spannend sein! Wobei auf der anderen Seite während der Liebesszene auf dem Ozeankreuzer auch Schnitte zu sich bewegenden und stampfenden Maschinenteilen zu sehen sind. So etwas habe ich bei Russ Meyer schon gesehen und fand es dort auch wesentlich passender. Aber warum nicht experimentieren? So merkwürdig die Sequenzen in diesem Zusammenhang auch sind, einen gewissen Charme haben sie schon.

     

    Weiter sind es halt auch die kleinen Dinge die Freude bereiten, wie z.B. die Szenen mit dem (angezogenen) Hotelangestellten und (der nackten) Emanuelle in ihrem Hotelzimmer. Kein schenkelklopfender Brachialhumor, sondern zum Lächeln und sich gut fühlen. Auch der Besuch im Nightclub, wenn die Damen dem Partner des jeweils anderen zwischen die Beine greifen und keiner sich was anmerken lassen möchte, animiert zum Lächeln.

     

    Aber Joe d’Amato wäre nicht er selber, wenn er nicht auch Dinge eingebracht hätte die eher verstören. Der echte und blutige Kampf zwischen einer Schlange und einem Mungo befremdet genauso wie Emanuelles Vergewaltigung durch die im Originalton deutsch sprechenden Bodyguards, hört Emanuelle doch irgendwann auf sich zu wehren, lässt die Typen gewähren und denkt dabei an die vergangenen Tage mit dem Prinzen. Möglicherweise ist das in so einem Augenblick die vernünftigste Taktik, mag sein, aber im Film es wirkt doch ein wenig wie die Phantasie eines Machos, seine Traumfrau durch eine Vergewaltigung zu erobern. Und wenn Emanuelle sich anschließend vom Anführer der Vergewaltiger geradezu liebevoll zum Auto bringen lässt wird diese Meinung auch implizit bestätigt, was beim Zuschauer zu bitterbösen Gedanken über italienische Männer im Allgemeinen und Regisseure im Besonderen führt. D’Amato hat diese Linie ja dann weiterverfolgt mit EMANUELLE – STUNDEN WILDER LUST und EMANUELLE – ALLE LÜSTE DIESER WELT, in denen die Softsex-Schiene der ersten Emanuelle-Filme völlig wegfällt und Gewalt das vorherrschende Moment ist …

     

    Die Schauspieler sind vom Feinsten was Italien damals zu bieten hatte. Ely Galleani hätte ich gerne länger zugesehen, ihre Augen zeigen in Großaufnahmen ein immenses Spektrum von Gefühlen, das mangels Screentime leider nicht herausgelassen werden kann. Debra Berger überzeugt als seelisch labile junge Frau, und auch da hätte ich gerne etwas mehr gesehen. Die männlichen Nebenrollen sind mit Ivan Rassimov, Chris Avram, Venantino Venantini und Giacomo Rossi-Stuart exquisit besetzt, und zum dritten Mal jammere ich dass da mehr hätte gehen können. In Anbetracht dessen, dass der Softsex-Anteil insgesamt recht gering ausfällt, könnte ich mir BLACK EMANUELLE 2 auch gut in einer 240-Minuten-Fassung vorstellen, mit noch mehr Reisebildern, mehr Sex, und mehr Schauspielanteil mit all den tollen Darstellern …

     

    Ist aber nicht, man muss zufrieden sein mit dem was man hat, und da hat man mit BLACK EMANUELLE 2 als Freund entspannter Softsexer auf jeden Fall eine gute Wahl getroffen.

  • Autor: Maulwurf
  • Veröffentlichungen:

    Gesehen wurde die italienische DVD von Stormovie, die im Gegensatz zu allen anderen europäischen Veröffentlichungen ungeschnitten ist. Zumindest heißt es so, der in schnittberichte.com erwähnte Hahnenkampf fehlt aber merkwürdigerweise. Die DVD bietet italienischen und englischen Ton mit italienischen Untertiteln und ein sehr gutes Vollbild, leider sind allerdings die männlichen Synchronsprecher der englischen Tonversion recht arge Nuschler.

  • Autor: Maulwurf
  • Filmplakate

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