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Bella, ricca, lieve difetto fisico cerca anima gemella

Italien, 1973

  • Alternativtitel:

    Bela, Rica, Leve Defeito Físico, Procura Alma Gêmea (BRA)

    Bela, rica, com pequeno defeito físico, aceita cavalheiro (POR)

  • Regisseur: Nando Cicero
  • Kamera: Aldo Giordani
  • Musik: Carlo Rustichelli
  • Drehbuch: Nando Cicero, Sandro Continenza, Gian Carlo Fusco
  • Inhalt:

    Michele (Carlo Giuffrè) hat sich auf ein einträgliches Geschäft spezialisiert, das seiner Frau Rosaria (Erika Blanc) ein sorgenfreies Leben bietet. Er verdient seine Brötchen mit Heiratsschwindelei. Zielscheiben dabei sind selbstverständlich reiche, am liebsten hübsche Frauen, denen er das Geld aus der Tasche ziehen kann, um sich später wieder aus dem Staub zu machen. Doch Michele gerät mitunter an sehr spezielle Damen, die nur Probleme verursachen oder einen buchstäblich das Fürchten lehren. Die Misere scheint endlich vorüber zu sein, als er die schöne Paola (Marisa Mell) kennen lernt, die im Gegensatz zu seinen anderen Bekanntschaften auch noch relativ normal zu sein scheint. Doch wie das Schicksal so spielt, hat auch sie eine bedeutende Macke, über die Michele nicht so einfach wegsehen können wird...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Nando Cicero inszenierte mit "Bella, ricca, lieve difetto fisico, cerca anima gemella" einen handelsüblichen Beitrag für das italienische Komödienfach und bedient sich vieler bekannter Elemente, bemüht sich dabei sogar um einige ausgefallene Erweiterungen. Ob ein derartiger Film steht oder fällt hängt im Endeffekt sehr stark vom persönlichen Ermessen ab, was sich vor allem auf den überspitzten Humor bezieht, der teilweise bizarre bis strapaziöse Tendenzen annehmen kann. Die Thematik der Emanzipation nimmt im Verlauf immer wieder sehr groteske Formen an und jedes erdenkliche Klischee wird genüsslich auf die Schlachtbank gezerrt, um es restlos auszunutzen. Wer mit derartigem Humor prinzipiell auf Kriegsfuß steht, kann hier ganz einfach nur verlieren, auch wenn sich zahlreiche Vorteile der Produktion zeigen, beispielsweise bei Stab und Besetzung. Allerdings darf man Ciceros Beitrag eine gewisse Diskretion zugute halten, was sich allerdings nur vergleichsweise betonen lässt. Der Holzhammer-Humor setzt in "Bella, ricca, lieve difetto fisico, cerca anima gemella" gerne, unmissverständlich und immer wieder zum Überholmanöver an, etliche Szenen und Gebärden lassen sich dabei sogar im Dunstkreis der Situationskomik wieder finden, sodass man sich dem Verlauf ohne die Befürchtung ansehen kann, von irgend welchen grob-fahrlässig abgeschossenen Vögeln aufgelauert zu werden. Gut, naturgemäß oder rückblickend ist es nun einmal so, dass die Geschichte nicht ohne gewisse Peinlichkeiten auskommen kann, die alles andere als zum Lachen animieren, aber in dieser Beziehung gab es definitiv schon schlimmere Entgleisungen. Alles was man zu sehen und zu hören bekommt spielt sich noch im annehmbaren Rahmen ab. Aus persönlicher Sicht ist die entscheidende Frage in diesem Vehikel von 1973 erneut: »wohin gehst Du, Marisa?«

     

    Wenn der Film läuft, handelt es sich zunächst allerdings um die falsche Fragestellung, denn es dauert etwa fünfzig Minuten, bis die Österreicherin das Geschehen in der Blüte ihrer Schönheit bereichern wird. Der Filmtitel wird im Vorspann trotz ihrer überschaubaren Auftrittsdauer von ihr und Partner Carlo Giuffrè in die zweite Reihe verwiesen und im Endeffekt nahm man Marisa Mell wieder als einen typischen, und darüber hinaus zugkräftigen Aufhänger, wie es in zahlreichen Produktionen der Fall war. Auffällig bleibt, dass sich das Thema Erotik hier ausschließlich in Andeutungen verliert und vielmehr zahlreichen Umkehrreaktionen ausgesetzt ist, da etwa eine Horde schablonenartiger Emanzen das Geschehen aufmischen und die anderen Damen, die in Micheles unfreiwilliges Beuteschema fallen, teils grotesk bis abstoßend zurecht gemacht wurden. Albernes Sex-Gerangel und damit verbundene Klamauk-Einlagen bleiben dem erleichterten Zuschauer so gut wie erspart, was sich bei Nando Ciceros Film insgesamt als Vorteil herausstellt, da man sich so auf alternative, und besser verdauliche Inhalte konzentrieren konnte. In der Masse der hauptsächlich ungleichen Damen können sich Marisa Mell und Erika Blanc trotz ihrer Rollen, die eigentlich nicht besonders viel hergeben möchten, natürlich ganz weit nach vorne spielen. Carlo Giuffrè findet alleine durch den Umfang seines Auftritts einen universellen Einsatz als Mädchen Mann für alles, kann den Humor sowohl subtil, als auch lauthals transportieren und wirkt unterm Strich sehr gut bekömmlich, außerdem sehr prägend für diese Emanzipations-Roulette. In Verbindung mit der abwechslungsreichen Musik von Carlo Rustichelli und den Aufmerksamen Kamera-Einstellungen von Aldo Giordani entstehen mehrere ordentliche Phasen, ein groteskes Finale bringt einem das Staunen näher, und unterm Strich lässt sich also sagen, dass man mit "Bella, ricca, lieve difetto fisico, cerca anima gemella" einen Genre-Beitrag angeboten bekommt, der weitgehend unterhalten kann, auch wenn man kein ausgesprochener Fan der Italo-Komödie ist, oder ein solcher werden möchte. Also, va bene!

  • Autor: Prisma
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