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Der Bastard

Frankreich | Deutschland | Italien, 1968

  • Originaltitel: I bastardi
  • Alternativtitel:

    Il Bastardi (IT)

    Sons of Satan (USA)

    The Cats (USA)

    Le Batard (FRA)

  • Deutsche Erstaufführung: 1969
  • Regisseur: Duccio Tessari
  • Kamera: Carlo Carlini
  • Musik: Michel Magne, Carlo Rustichelli
  • Drehbuch: Duccio Tessari, Ennio De Concini, Mario di Nardo
  • Inhalt:

    Irgendwo in New Mexico überfällt der kleine Ganove Jason mit einigen Kumpanen ein Juweliergeschäft und kann als einziger Überlebender mit der Beute entkommen. Nachdem er seine Freundin Karen aufgegabelt hat, macht sich Jason auf dem Weg zu seinem Stiefbruder Adam und seiner dauerbetrunkenen Mutter Martha, die ebenfalls beide mit der Legalität so gar nichts am Hut haben, um sich für seinen Raubzug feiern zu lassen. Adam findet das aber alles gar nicht so toll und hätte die Juwelen dann doch lieber für sich alleine. Er lockt seinen kleinen Bruder in einen Hinterhalt, foltert ihn, um den Verbleib der versteckten Edelsteine zu erfahren und lässt ihn mit zerstörter Schusshand in der Wüste zurück. Eine Farmerin rettet Jason das Leben und pflegt ihn wieder gesund. Nun sinnt der Betrogene auf Rache...

  • Autor: Thorsten Strahmann
  • Review:

    Das hört sich ja alles mehr nach einem Western, denn nach einem Poliziesco an? Stimmt! Hätte Herr Tessari bei seinem Drama Pferde anstelle der Autos gewählt, wäre tatsächlich ein Western dabei herausgekommen. Aber vielleicht war dieser vermeintliche Genrewechsel auch beabsichtigt, um diverse Kopien bereits existierender Italo-Western wenigstens etwas zu kaschieren. Zwei Brüder - einer gut, der andere böse - die sich spinnefeind sind und bis aufs Blut bekämpfen...dass hatten wir bereits häufiger und auch besser. Dem Helden wird die Hand zerstört, so dass er keine Waffe mehr bedienen kann und völlig hilflos ist...auch da hat uns schon Franco Nero in Corbuccis " Django " bereits ein Jahr zuvor bewiesen, dass dies ein Irrtum sein kann.

     

    Die Geschichte um das Brüderpaar zieht sich, trotz einiger nicht wirklich schlechten Wendungen, doch ziemlich linear seinen Weg zum erwarteten Finale. Die Figuren bleiben durch die Bank weg blass und werden nicht wirklich interessant, obwohl der Film für Genre-Verhältnisse eine hochkarätige Besetzung zu bieten hat. Tessari überzeichnet seine Charaktere derart, dass es dem Zuschauer nicht wirklich gelingen will, sich auf die Figuren oder gar auf ein Drama - was der Film letztlich doch sein soll - einzulassen. Genre-Urgestein Giuliano Gemma wirkt eher lächerlich als überzeugend, wenn er sich in einer Kneipe ein Glas Milch bestellt und den obligatorischen Dollar lässig auf die Theke schnippt. Kinski und Hayworth erinnern permanent an Joe und Ma Dalton aus den "Lucky Luke"-Comics, indem er um die Gunst der Mutter buhlt und sie vor Stolz über die von den Söhnen verübten Verbrechen und Morde kaum noch die Whiskeyflasche halten kann. Alles wirkt aufgesetzt, nachteilig übertrieben und man hat als Zuschauer immer wieder das Gefühl, dass einige Seiten des Drehbuches abhanden gekommen sein müssen und daher im endgültigen Film fehlen.

     

    Und dieses Gefühl täuscht gar nicht unbedingt: Obwohl die von mir gesichtete deutsche Bluray bei einer Lauflänge von etwa 92 Minuten mit einem fetten "Uncut" - Logo wirbt, so fehlen im Vergleich zur US-DVD-Veröffentlichung von 2012 tatsächlich Szenen, die letztlich für ein komplett anderes Finale gesorgt hätten.

     

    Duccio Tessari war mir besonders durch seinen Giallo " Una Farfalla con le ali insanguinate " und das Drama " La Morte risale ia ieri sera " bekannt, die er beide - im Gegensatz zu "Il Bastardi " in Italien drehte.

     

    Da das amerikanische Filmpublikum und damit der Markt in Übersee amerikanische Verhältnisse und Darsteller forderte, wurde " Il Bastardi" zum Teil im kostengünstigen New Mexico gedreht und mit der New Yorkerin Rita Hayworth entsprechend US-amerikanisch besetzt. Als ursprüngliche Besetzung der Martha war Joan Crawford geplant, die allerdings aufgrund von Drehbuchproblemen die Rolle absagte. Vielleicht hätte Herr Tessari dieses Zeichen besser deuten und das Skript noch einmal überarbeiten sollen...

     

    " I Bastardi " ist ein Standard-Western, der sich als Kriminalfilm tarnt. Im Gegensatz zu Tessaris oben genannten italienischen Werken wirkt hier alles billig und lässt jeden Stil vermissen. Es gibt einige interessante Wendungen, sehr viele Schiessereien und...im Grunde war es das auch schon. Mit einem besseren Drehbuch, etwas höherem Budget und vielleicht auch noch einer italienischen Location hätte " I Bastardi " eventuell ein Genre-Bastard werden können...so bleibt er aber doch US-Italo-Mittelmaß.

  • Autor: Thorsten Strahmann
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