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Baron Blood

Deutschland | Italien, 1972

  • Originaltitel: Gli orrori del castello di Norimberga
  • Alternativtitel:

    Barão Sanguinário (BRA)

    Orgía de sangre (ESP)

    Baron vampire (FRA)

    A Câmara de Torturas do Barão Sangrento (POR)

    The Torture Chamber of Baron Blood (USA)

    Chamber of Tortures

    The Blood Baron

    The Thirst of Baron Blood

  • Regisseur: Mario Bava
  • Kamera: Mario Bava
  • Musik: Stelvio Cipriani, Les Baxter
  • Drehbuch: Vincent Fotre, William A. Bairn
  • Inhalt:

    Leichtsinniger Nachfahr erweckt blutdurstigen Ur-Ahn zum Leben. Jetzt rappelt's in der verfluchten Spukburg und Elke Sommer muss verdammt schnell rennen...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Selbst wenn Mario Bava wie in BARON BLOOD eine extrem triviale Geschichte erzählt, die so und nicht anders auch in alten Bastei-Groschenromanen wie den leider längst vergilbten Gespensterkrimis hätte stehen können, ist das Ergebnis immer noch ein Erlebnis.

     

    Trotzdem halten sogar eingefleischte Fans BARON BLOOD für eines der schwächeren Werke des Maestros. Der Film steht im (Horror-)Oeuvre Bavas tatsächlich etwas im Schatten seiner S/w-Klassiker und Sternstunden wie LISA UND DER TEUFEL oder dem prächtigen OPERAZIONE PAURA. Verglichen mit diesen Meisterwerken zieht BARON BLOOD tatsächlich den Kürzeren; was ihn noch lange nicht zum schlechten Film macht.

     

    Leugnen zwecklos: Das Drehbuch lässt tatsächlich kaum ein Klischee des Schauerfilms aus. Schlag Mitternacht albert ein argloser Nachfahre des sadistischen Blutbarons mit einer alten Beschwörungsformel herum und holt so natürlich prompt den blutrünstigen Ahnherrn aus dem Grab. Kaum weilt dieser wieder unter den Lebenden, meuchelt er sich -lange vor Michael Myers und Konsorten- wie ein kleiner Slasher-Fürst durch die Besetzung und unsere Elke Sommer darf -lange vor Jamie Lee Curtis- eine waschechte Scream-Queen geben.

     

    Ungeachtet ein paar unfreiwillig provozierter Lacher ("Der blöde Fritz hat mich furchtbar erschreckt!") und einiger simpelst gestrickter, nicht gerade von Raffinesse zeugender Dialoge (Es grüßt noch einmal der Groschenroman!), verbindet BARON BLOOD recht früh in der Horrorfilmgeschichte eine altbackene Spukburg-/Familienfluch-Geschichte mit modernen Schlitzerfilm-Elementen. Das alles ist zugegebenermaßen reichlich trivial, doch von Bava gewohnt meisterlich in Szene gesetzt.

     

    Da recken sich mitternächtliche Burgtürme unheimlich dem Vollmond entdecken. Da strotzen die Kulissen stilecht vor Staub und Spinnweben. Da verdichten sich Licht, Farbe, Nebel und Schatten zu einer gespenstischen Atmosphäre. Und wenn Mario Bava seine visuellen gotischen Festspiele eröffnet, wechselt auch der anfangs noch so beschwingte Cipriani-Score den Ton in Richtung dunkel-unheilvoll.

     

    BARON BLOOD bringt neben ganz viel nostalgischer Gruselstimmung auch ein paar Momentaufnahmen für die Ewigkeit auf den Bildschirm. Sollte einer von euch gerade an einem Bildband über die schönsten (respektive: düstersten) Schauerfilmszenarien basteln; Screenshots von dem Gehenkten im Wendeltreppenschacht oder den Gepfählten an den Burgturmzinnen sollten da zwingend rein. Das sind Bilder wie gemalt für Postkarten mit morbiden Grüßen.

     

    Ach, übrigens: Der Originaltitel suggeriert zwar Nürnberg als Ort der Handlung, doch tatsächlich wurde in Österreich gedreht. Wer sehen möchte, wie es auf der im Film zu sehenden Burg Kreuzenstein heutzutage ausschaut, sollte unbedingt einmal den wunderbaren Blog meiner hochgeschätzten filmischen Seelenverwandten Mauritia besuchen. Unten findet ihr einen interessanten Link.

     

    In diesem Sinne:

     

    "Ihr Sterblichen seid so dumm. Früher habt ihr Hexen verbrannt; heute erweckt ihr Mörder zum Leben..."

     

    Und:

     

    "Bitte beachten Sie die liebevollen Details der Folterinstrumente..."

  • Autor: Christian Ade
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