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The Arena

Italien | Vereinigte Staaten, 1974

  • Alternativtitel:

    La révolte des gladiatrices (BEL)

    La rivolta delle gladiatrici (ITA)

    A Arena (POR)

    Naked Warriors (USA)

  • Regisseur: Steve Carver, Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Francesco De Masi
  • Drehbuch: John William Corrington, Joyce Hooper Corrington
  • Inhalt:

    Rom zur Zeit des absteigenden Astes: Eine Gruppe junger Frauen wird auf einem Sklavenmarkt verkauft. Sie landen bei Timarcus, der unter anderem auch eine stattliche Anzahl Gladiatoren besitzt und diese gegeneinander kämpfen lässt. Da das Publikum sich aber bereits langweilt ob des immer gleichen Blutvergießens, ist Timarcus händeringend auf der Suche nach neuen Ideen. Nach einem wilden Catfight in der Sklavenküche ist das neue PR-Ding geboren: Weibliche Gladiatoren! Eigentlich eine tolle Sache, die nur einen Haken hat: Wenn Männer eingesperrt sind bekriegen sie sich untereinander. Frauen solidarisieren sich …

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Also prinzipiell erstmal eines vorweg: Ich kann mit Peplums nichts anfangen! Vor einiger Zeit habe ich mir mal Sergio Leones KOLOSS VON RHODOS gegeben, und danach war mir klar dass aus dieser Beziehung niemals was Vernünftiges werden kann. Was ich aber mag sind Filme mit nackten Frauen, das gebe ich mit leichter Schamesröte zu. So weit so gut. THE ARENA ist nun ein Peplum mit Frauen, die im Wesentlichen die ganze Zeit angezogen bleiben. Trotzdem hat mir der Film gefallen. Was ist hier los??

     

    Was mir an Peplums schon mal nicht gefällt ist, dass die meistens so sauber aussehen. In blitzblanke Bettlaken gewandet ziehen gut rasierte Muskelmänner durch frisch geputzte Landschaften und legen ein Reiten-Stechen-Lieben-Programm an den Tag, dass selbst eine Kreuzung aus Jürgen Hingsen und Rocco Siffredi neidisch werden könnte. THE ARENA ist da anders, THE ARENA ist wie ein Italo-Western: Staubig, blutig, verschwitzt. Trotz der teilweise recht bescheidenen Choreographie der Kämpfe kommt durch die Handkamera viel Flair auf, der Zuschauer wird in die tödlichen Kämpfe sehr nah eingebunden und kann sich nicht distanzieren. Keiner der Charaktere kann sicher sein die nächsten 10 Minuten zu überleben, und prinzipiell gilt Jeder gegen Jeden und das Leben ist ein einziges Hauen und Stechen. Wenn ich so drüber nachdenke kann ich mir die Handlung tatsächlich problemlos in einem Western vorstellen. Ein Spätwestern vielleicht, wo eher die Gewalt ausgelebt wird als die Story, als Mischung mit Motiven des WIP-Films. Bei diesem Gedanken wünscht sich das Ferkel in mir, dass der Film von Bruno Mattei inszeniert worden wäre …

     

    Die Story ist in THE ARENA zugegebenermaßen nicht der große Bringer: Ein paar Mädels werden als Sklaven verkauft, müssen in der Arena um ihr Leben kämpfen und machen den Spartacus. Aber die Stimmung passt – Ich glaube es gibt kaum eine Szene in der die Darsteller nicht um ihr Leben schwitzen. Und diese Schwüle und Hitze, diese ständige Todesnähe, die kommt gut rüber und macht den Film in Verbindung mit dem erwähnten Schmutz sehr dicht. Dazu kommen die Szenen in der Arena, wenn die Gladiatoren sich gegenseitig abmetzeln, während das Publikum nur noch gelangweilt ist (und wahrscheinlich am liebsten umschalten würde, aber das ging im alten Rom ja noch nicht). Ganz stark der Moment, wenn am Ende nicht einmal mehr Timarcus und sein Hofstaat an dem Schauspiel noch interessiert sind. Der Showdown dauert fast ein Viertel des Filmes ohne dass die Power und die Action nachlassen, und die Darsteller geben sich alle Mühe Eindruck zu hinterlassen (ziemlich erfolgreich, so ganz nebenbei). Und gegen solche Eindrücke steht das sichtlich niedrige Budget halt einfach zurück, genauso wie die Action-Szenen, die in den Halbtotalen immer etwas mager aussehen.

     

    Nee, THE ARENA passt schon. Er unterhält für 82 Minuten auf angenehme Art und Weise und macht einfach Spaß. Die Musik von Francesco de Masi ist ordentlich, vor allem das Titelthema hat einen angenehmen tragischen Unterton und entsagt sich dem Peplum-üblichen Blech-Gschmarri. Die Kameraarbeit von Joe d’Amato ist wie immer vom Feinsten, geschnitten hat Joe Dante(!), produziert wurde von Mark Damon und Roger Corman, und die Darstellerriege bietet eine Menge bekannter Gesichter, unter anderem mit Pam Grier und Margaret Markov zwei WIP-erfahrene Vollblutmiminnen – Was kann da schon schief gehen? Ein gut unterhaltender Western im Peplum-Gewand mit WIP-Motiven, sowas sieht man nicht jeden Tag …

     

    Na ja, ein Problempunkt fiele mir da schon ein, nämlich die Fassung. Gesehen wurde die englische Fassung von Prism Leisure (die außer beim Vorspann im gruseligen Vollbild ist und rechts und links heftig beschnitten wurde), welche von Steve Carver in Szene gesetzt wurde, einem Veteran des Genrefilms der im Normalfall durchaus wusste was er tat. Die IMDB listet Joe d’Amato als Second-Unit-Regisseur, die italienische Wikipedia gibt allerdings (mit Verweis auf d’Amato selber) an, dass Carver die Dialog- und d’Amato die Actionszenen inszeniert hat. Nun habe ich aber im Internet Screenshots gesehen von Szenen, die in der englischen Fassung definitiv nicht drin waren, vermutlich weil dort die Damen nackt waren. So, und jetzt würde mich mal die italienische Fassung interessieren, denn wenn ich so drüber nachdenke fallen mir durchaus Szenen ein, die in der englischen Version geschnitten wirken und in der italienischen Version deftiger sein dürften. Was darauf hin deuten würde, dass d’Amato Szenen für eine italienische Version gedreht hat, die eben dieses Quentchen an mehr hat, dass wir alle am italienischen Kino so lieben …

  • Autor: Maulwurf
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