Anna, quel particolare piacere

Italien, 1973

  • Originaltitel: Anna, quel particolare piacere
  • Alternativtitel:

    Anna, the Pleasure, the Torment

  • Regisseur: Giuliano Carnimeo
  • Kamera: Marcello Masciocchi, Sebastiano Celeste
  • Musik: Luciano Michelini
  • Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Sauro Scavolini, Luciano Martino, Francesco Milizia
  • Inhalt:

    Die junge und unschuldige Anna (Edwige Fenech) verliebt sich in den Kleingangster Guido Salvi (Corrado Pani), der für den Gangsterboss Riccardo Sogliani (Richard Conte) arbeitet. Dumm ist Anna nicht – sie weiß, dass Guido weder ein Unschuldslamm noch gut für sie ist, und er selbst rät ihr sogar, sich von ihm fernzuhalten. Seiner animalischen Anziehungskraft, mal Zuckerbrot mal Peitsche, kann und will sie sich jedoch gar nicht entziehen. Sie verlässt ihr Elternhaus und begibt sich zusammen mit Guido nach Mailand. Sein Boss Sogliani besteht darauf, Anna in Guidos Geschäfte zu verwickeln, und so ist sie schon bald bei einem Drogenschmuggel dabei. Als sie dann noch Zeuge wird, wie Guido einen Verräter hinrichtet, verlangt Sogliani weitere „Treuebeweise“ Annas, andernfalls droht er, sie beseitigen zu lasen. So wird Anna schließlich an wohlhabende Männer prostituiert. Als Anna schwanger ist, beginnt sie, aus Soglianis Casino Geld zu stehlen, in Vorbereitung für eine Flucht aus dem Milieu. Guido findet das heraus und will sie zu einer Abtreibung zwingen. Auf dem Weg in die Klinik wird Guido jedoch verhaftet, und Anna gelingt die Flucht zu einer Freundin in Rom. Guido wird zu sechs Jahren Haft verurteilt. Vier Jahre später hat Anna ihren Sohn, und arbeitet in einem Buchhandel. Als ihr Sohn schwer krank wird, verliebt sie sich in den Arzt, der ihm das Leben rettet. Als Guido vorzeitig aus der Haft entlassen wird, und darauf besteht, dass sie mit ihm kommt und sich wie zuvor prostituiert, zeigt sich Anna nicht mehr so fügsam, wie Guido es gewohnt ist, und die Situation eskaliert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    In Co-Produktion von Luciano Martinos Dania und Carlo Ponti entstand dieser Gangsterfilm mit hohem Dramaanteil. Edwige Fenech ist hier die uneingeschränkte Hauptfigur und kann sich trotz ihrer eher ruhigen Art neben „Matalo“-Corrado Pani behaupten, der hier sehr überzeugend den sowohl verführerischen als auch nicht allzu kopflastigen Gangster abgibt.

     

    Natürlich zieht sich Fenech auch aus wie gewohnt, es gibt sexuelle Gewalt neben Action, Mord und Herzschmerz. Und wie sie sich auszieht, denn Fenech macht den Unterschied: ob sie sich für Liebhaber Guido entkleidet oder für ihren ersten überalteten Freier, ob sie Guido umarmt oder später den netten Doktor, es ist bei Fenech nicht dasselbe. Kann auch nicht jede Schauspielerin.

     

    Regisseur Giuliano Carnimeo darf erneut beweisen, dass er eben doch wesentlich mehr kann als “Tricky Dicky“ oder „Ratman.“ Eine gute Besetzung, ein stimmiges Drehbuch, hervorragende Kameraarbeit und ein Erste-Klasse-Score von Luciano Michelini führen uns hier in einen Italo-Genrefilm der Oberklasse.

     

    Einziger Haken, mit Fortschreiten des Films wird die Herzschmerzbrühe ein wenig zu dick, und eines fällt irgendwie auf: während Fenech ihre Rolle nahezu durchgehend überzeugend rüberbringen kann, mit Kindern scheint sie nicht viel am Hut zu haben. Die Szenen mit ihrem Sohn wirken starr, daran können nicht mal die Tränen etwas ändern, die sie vergießt, als Guido sie wieder in Gewahrsam nimmt, und sie ihren Sohn im Heim zurücklässt. Und schon nach dessen Geburt guckt sie mit dem Baby im Arm ein wenig wie, „könnte mir mal jemand dieses Ding wieder abnehmen?“ Aber macht nichts, schließlich sind es nicht Edwige Fenechs Mutterinstinkte, die wir schätzen.

     

    Für Fenech-Fans ist „Anna, quel particolare piacere” ein Muss, Fans des italienischen „Poliziesco“ (Polizisten kommen kaum vor, nur Gangster) werden bedient, aber auch geduldsmäßig ein wenig auf die Probe gestellt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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