Angel in the Dark

Frankreich | Italien, 1984

  • Originaltitel: Hanna D. - La ragazza del Vondel Park
  • Alternativtitel:

    Hanna D. - A Boneca Perversa (BRA)

    Hanna D. (ESP)

    À seize ans dans l'enfer d'Amsterdam (FRA)

    Hanna D. - The Girl from Vondel Park (USA)

  • Regisseur: Rino Di Silvestro
  • Kamera: Franco Delli Colli
  • Musik: Luigi Ceccarelli
  • Drehbuch: Rino Di Silvestro, Hervé Piccini
  • Inhalt:

    Die junge Hanna (Ann-Gisel Glass) prostituiert sich (nur ein klein wenig) für den Alkoholkonsum ihrer Mutter (Karin Schubert) und den Unterhalt von deren jungen Lover, ein bisschen Koks für sie selbst fällt auch noch nebenbei ab. Doch die Situation zwischen ihr und ihrer Mutter eskaliert immer weiter und sie fängt an, Heroin zu spritzen. Außerdem lernt sie zwei Männer kennen, den Zuhälter Alex, der sie weiter auf den Strich schicken will und Miguel (Fausto Lombardi), der sie bei einem Pornoproduzenten an den Mann bringt. Hanna mag Alex lieber, der sie immerhin ursprünglich auch entkorkt hat. Es kommt zur Eskalation zwischen den beiden Männern. Außerdem geht es mit Hanna immer weiter abwärts und Alex will ihr plötzlich helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Wofür auch immer.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Fast könnte man dieses mit unerschütterlichem Bierernst durchgezogene Sleaze-Drama ernst nehmen, doch hinter dem Regie-Pseudonym „Axel Berger“ verbirgt sich natürlich Rino Di Silvestro, somit ist dieser Zug abgefahren. Nach „Catrice, die Nymphomanin“ (Prostituzione, 1974) kehrt Silvestro noch mal zum Thema Straßenstrich zurück, nach Amsterdam um genau zu sein.

     

    Der Film beginnt mit der jungfräulichen Hanna, die in der Bahn für Geld Mitreisenden ihre Mumu zeigt, wofür sie von einem älteren Herren weitervermittelt wurde. Weiter geht es mit ihrem Konflikt mit ihrer Mutter, Karin Schubert in ihrem letzten Nicht-Porno, die halbnackt und betrunken durch die Wohnung torkelt, tanzt und singt und von ihrer Tochter hören möchte, wie schön sie noch ist. Der junge Freund ihrer Mutter kann seine Finger aber nicht von Hanna lassen.

     

    In punkto Männergeschmack hat Hanna natürlich mit Alex und Miguel gleich zweimal in die Vollen gegriffen, der eine Zuhälter, der andere ein Möchtegern-Pornoagent. Was noch? Ach ja, es gibt jede Menge Szenen mit Injektionsnadeln, versenkt in Arme, Beine, unter die Zunge und (würg) unter die Augenlider. In einer Gefängnisszene zieht eine junge Inhaftierte einer anderen deutlich sichtbar eine Metallkapsel mit Drogen aus dem Anus. Mehr Sleaze geht nicht.

     

    Zum Stil, das Ganze ist sehr dramatisch und bitterernst inszeniert und insbesondere Hauptdarstellerin Ann-Gisel Glass, zum Zeitpunkt des Drehs 20 Jahre alt, ist nicht nur ein echter Hingucker sondern schlägt sich auch in schauspielerischer Hinsicht ziemlich wacker. Lediglich in den letzten 15 Minuten landet das ganze Szenario in hysterischem Overacting. Musste sie wirklich ganze anderthalb Minuten stückweise kotzend durchs ganze Zimmer laufen? Alles vollgesaut, wer soll das aufwischen? Vermutlich der, der es angerichtet hat, Make-up-Spezialist Giuseppe Ferranti.

     

    Was ist nun die eigentliche Intention dieses Films, dessen Ähnlichkeiten mit den Problemen real existierender junger Leute, wie es im Abspann heißt, keineswegs rein zufällig sind? Eine Warnung an die Jugend? Die Moral, dass auch ein böser Zuhälter seine sanfte Seite entdecken kann, wenn sein Verkaufsobjekt nur lange genug gelitten hat? Dass betrunkene Mütter gefälligst selbst für ihren Fusel anschaffen sollen?

     

    Wir wissen es nicht, aber da der Film in keiner Sekunde langweilt, hat es wohl funktioniert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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