Adua und ihre Gefährtinnen

Italien, 1960

  • Originaltitel: Adua e le compagne
  • Alternativtitel:

    Ádua e Suas Companheiras (BRA)

    Adua y sus amigas (ESP)

    Adua et ses compagnes (FRA)

    Hungry for Love (GBR)

    Adua and Her Friends (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 13. Januar 1961
  • Regisseur: Antonio Pietrangeli
  • Kamera: Armando Nannuzzi
  • Musik: Piero Piccioni
  • Drehbuch: Ruggero Maccari, Antonio Pietrangeli, Tullio Pinelli, Ettore Scola
  • Inhalt:

    Wegen eines neuen Gesetzes („Lex Merlin“ von 1958) wird das Bordell, in dem die nicht mehr ganz so junge Adua (Simone Signoret) arbeitet, geschlossen. Zusammen mit drei ihrer Kolleginnen - Lolita, Marilina und Milly (Sandra Milo, Emmanuelle Riva und Gina Rovere) – kauft sie eine leerstehende Villa, in der sie ein Restaurant eröffnen wollen, dass künftig als Fassade für ein eigenes Bordell herhalten soll.

    Aufgrund ihrer Polizeiakten erhalten sie jedoch keine Genehmigung und müssen ihre Lizenz auf einen ihrer ehemaligen Kunden, Dottore Ercole (Claudio Gora), laufen lassen. Und der will künftig Geld sehen, 1 Millionen Lire pro Monat.

    Nach einigen Startschwierigkeiten läuft das Restaurant jedoch ganz gut und man träumt davon, nicht wieder der alten Profession zu frönen. Adua hat eine Affäre mit dem Autoverkäufer Piero (Marcello Mastroianni), Marilina hat ihren kleinen Sohn zu sich geholt, und Milly will heiraten. Doch Dottore Ercole hat etwas dagegen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Adua und ihre Gefärtinnen“ ist eines dieser schönen, italienischen S/W-Dramen, die heutzutage viel zu selten veröffentlicht werden. Antonio Pietrangeli drehte diesen Film fünf Jahre vor „Ich habe sie gut gekannt“ und er ist deutlich unterhaltsamer und gradliniger, auch wenn „Adua e le compagne“ natürlich ebenfalls eher ein Frauenfilm ist.

     

    Abgesehen von dem hervorragenden Cast und gelungener Fotografie fällt hier vor allem der hervorragende, jazzige Soundtrack von Piero Piccioni auf.Eines der Stücke hat man defintiv schon oft gehört, nur wusste ich nicht, dass es von Piccioni ist.

     

    Unterhaltsam wird der Film durch seine weitgehend leicht heitere Inszenierung, von der man sich aber nicht täuschen lassen sollte. Gerade bei den Männerfiguren ist Pietrangelis Film gnadenlos und die Tragik der Gesamtstory liegt in der scheinbaren Unmöglichkeit der ehemaligen Prostituierten ein anderes Leben zu führen als das, zu dem die Gesellschaft sie anscheinend bestimmt hat.

     

    Die deutsche Presse ging mit dem bei uns um ca. 8 Minuten gekürzten Film damals recht gnadenlos um. Nicht vergessen, es geht um Prostituierte und der Film ist von 1960. So fragte das Abendblatt, warum eine hochkarätige Darstellerin wie Simone Signoret in einem solchen Film mitmacht und obendrein auch Marcello Mastroianni, zumal dessen Rolle nicht allzu bedeutsam ist. Die prüden Sechziger halt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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