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Absurd

Italien, 1981

  • Originaltitel: Rosso sangue
  • Alternativtitel:

    Terror sin límite (ESP)

    Horrible (FRA)

    Maldición satánica (MEX)

    Monster Hunter (USA)

    The Grim Reaper 2

    Zombie 6: Monster Hunter

    Anthropophagous 2

    Ausgeburt der Hölle

  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Carlo Maria Cordio
  • Drehbuch: George Eastman
  • Inhalt:

    Als sich bei dem Haus der Bennetts ein mutmaßlicher Einbrecher beim Überklettern des Zaunes an den Eisenspitzen schwer verletzt, beginnt für die Familie eine Nacht des Schreckens. Die Tochter Katia (Katya Berger) liegt seit einem Unfall gelähmt im Bett, obwohl ihr die Ärztin Emily (Annie Belle) versichert hat, dass die Lähmung nur psychosomatisch sei. Um ihren kleinen Bruder Willy kümmert sich tagsüber die Babysitterin Peggy (Cindy Leadbetter), die Mutter (Hanja Kochansky) wartet an diesem Tage auf die Heimkehr ihres Mannes (Ian Danby), der schon bald einen Fußgänger mit dem Wagen umnieten wird.

     

    Nachdem der vermutliche Einbrecher in das örtliche Krankenhaus eingeliefert wurde, stößt die Polizei mit Sergeant Engleman (Charles Borromel) auf einen Fremden, der zu Fuß auf der Straße unterwegs ist: einen Griechen, der behauptet, sein Wagen hätte nicht weit einen Motorschaden gehabt. Auch der Verletzte im Krankenhaus ist ein Grieche. Während der Notoperation des Unbekannten machen die Ärzte die Entdeckung, dass dieser über ungewöhnliche, nahezu übermenschliche Selbstheilungskräfte verfügt, und als der Patient frühzeitig nach der Narkose erwacht, tötet er einen Krankenschwester auf bestialische Weise.

     

    Und während Sergeant Engleman der wirklich absurden Geschichte des griechischen Paters (Edmund Purdom) lauscht, streift der mutierte Wahnsinnige Mikos (George Eastman) durch die Nacht und richtet nicht nur im Haus der Bennetts ein unmenschliches Blutbad an.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nachdem es zu Joe D’Amatos „Absurd“ bereist unzählige Reviews in deutscher Sprache gibt, mache ich es mir mal schrecklich einfach, zumal es sich ja nicht gerade um Autorenkino handelt. Obwohl...eigentlich ja doch. Nach dem nicht zu unterschätzenden internationalen Erfolg von D’Amatos Eigenproduktion „Man-Eater“ (Der Menschenfresser) verfasste er ein Drehbuch für eine Fortsetzung, das jedoch nicht auf Zustimmung des Hauptdarstellers und Co-Autors George Eastman traf. Der modelte das Ganze um, angeblich weil er mit seiner Darstellung in „Man-Eater“ nicht einverstanden war. Nun, er irrt sich, im ersten Film wirkt Eastman gerade deshalb so furchteinflößend, weil er eben nicht einfach wie er selbst aussieht. Dass man in „Absurd“ nun weitgehend bei seiner Figur auf Make-up verzichtete bekommt seiner Darstellung nicht gut.

     

    Aber das war es auch schon mit dem negativen Teil, denn „Absurd“ hat die Jahrzehnte in Sachen Spannungsbogen doch deutlich besser überdauert als sein Vorgänger. Die Familie Bennett ist eine interessante Familie, denn sie ist mit Ausnahme des Vaters echt: Hanja Kochansky spielt Mrs Bennett, ihre Tochter Katya Berger die gelähmte Katia, ihr kleiner Bruder Kasimir ist Willy. Wäre ein Knaller gewesen, hätte man für die Rolle von Mr. Bennett noch Vater William Berger bekommen können, das war aber nicht möglich und so müssen wir uns mit dem Laien Ian Danby begnügen, der seine Sache aber nicht schlecht macht. Die durchaus faszinierende Katya Berger hat es in ihrer Karriere leider nur auf drei Hauptrollen gebracht, zuerst in ihrem Filmdebüt „Little Lips“ (Piccole Labbra, 1978) , in dem sie eine Minderjährige spielt, die dem impotenten Kriegsheimkehrer Paul (Pierre Clémenti) wieder auf die Sprünge hilft. Nach „Absurd“ war sie noch in der Titelrolle von Dan Wolmans Zola-Adaption „Nana“ zu sehen, ein sehr schöner Film mit einer wundervoll herangereiften Katya Berger, in Hinsicht auf die literarische Vorlage jedoch eher na ja. Aber Regisseur Wolman hat sich Mühe gegeben, und Katya hat mit ihrer sinnlichen Anwesenheit das Ganze vor einem Desaster bewahrt.

     

    Zurück zu „Absurd.“ Die Kurzhaarschönheit Annie Belle, diesmal nicht zur Liebe geboren, findet ein unschönes Ende in einem Gasofen, das den Zuschauer auf eine wirklich harte Probe stellt, ebenso wie die Dialogszenen von Charles Borromel und Edmund Purdom. Vielleicht liegt es auch an Letzterem, dass ich irgendwie aus ferner Vergangenheit Dick Randall als Co-Produzenten des Films in Erinnerung habe, gibt es aber keinerlei Hinweis mehr darauf zu finden, also ist vermutlich mein Gehirn nur genauso im Ar... wie das von Mikos. Macht aber nichts, ich find‘s klasse.

     

    Eine der größten Stärken dieses Films ist - wie bereits erwähnt - sein Spannungsbogen und das große Finale im Haus der Bennetts ist schlichtweg der Hammer. Dazu trägt in gewaltigem Maße die wohl beste Arbeit von Komponist Carlo Maria Cordio bei. Gedreht wurde im Mai 1981 im Umfeld der „Bennett-Villa“ in Fiano Romano, ca. 25 km außerhalb Roms. Noch eine persönliche Meinung zu den unterschiedlichen Fassungen. Zum Ersten, wer sich nach Beschlagnahme des alten deutschen VHS-Tapes damals ausgerechnet auf die Suche nach italienischem Ersatz machte, musste feststellen, dass nach den Zensurproblemen bei „Man-Eater“ diese Fortsetzung in Italien zensiert war. Das Durchbohren des Kopfes der Krankenschwester zu Anfang fehlte komplett, alle weiteren Härteszenen waren drin aber verkürzt. Zum Zweiten halte ich die später ergänzten Szenen in der 88-minütigen oder der nun von 88-Films restaurierten 93-minütigen Fassung für Schneideraum-Abfall. Die passen größtenteils nicht mal in den zeitlichen Ablauf der Story. Schön, dass sie da sind, muss aber nicht. Zutiefst unpassend ist auch das TV-Programm mit Lucia Ramirez und Schlabbersack Mark Shannon, denn man sieht doch an Willys Bewegungen und Mimik, dass er sich ein Fußballspiel anschaut und keine Dialogszenen aus einem D’Amato-Porno. In der alten deutschen VHS-Fassung ist es auch ein Fußballspiel.

     

    Bleibt am Schluss also noch die Frage zu stellen, wie oft und in wie vielen Fassungen ich diesen Film im Laufe der Jahrzehnte schon gesehen habe – aber damit wären wir wieder bei meinem geschädigten Gehirn, und das interessiert ja keinen. Die Crowdfunding-Edition der Blu-ray Veröffentlichung von 88 Films ist übrigens den Kauf mehr als wert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

     

     

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