Maria Perschy

  • Filmografie:

    Blue Eyes of the Broken Doll

    Folterkammer des Dr. Fu Man Chu, Die

    Heiße Spur Kairo-London

    Mord in der Rue Morgue

    Say it with Flowers

  • Vita:

    Der Name Maria Perschy ist wohl gleichbedeutend mit einem der erfolgreichsten österreichischen Exporte für den internationalen Filmmarkt und es ist wenig verwunderlich, dass die schöne Blonde mit den lebendigen blauen Augen eine Blitzkarriere hinlegen konnte. Die Filmindustrie wartete auf derartige Gesichter, die sich allerdings nur etablieren konnten, wenn im übertragenen Sinne auch Köpfchen vorhanden war, sprich, wenn es nicht an Talent, Verve und Überzeugungskraft fehlte. Maria Perschy wurde 1938 im österreichischen Burgenland geboren und bekam im Alter von siebzehn Jahren ihren ersten Schauspielunterricht am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Bereits im ersten Ausbildungsjahr wurde Verantwortlichen und Beobachtern klar, dass ihr großes Talent explizit gefördert werden musste, und sie erhielt den "Kunstförderungspreis für Darstellende Kunst der Stadt Wien". Am Reinhardt-Seminar lernte sie beispielsweise unter der bekannten Bühnenschauspielerin Susi Nicoletti, die ihr einen Vertrag mit der Bavaria Filmkunst verschaffte und somit ihren schnellen Einstieg in die Filmwelt ebnete. Nach Probeaufnahmen in Deutschland wurde die junge Darstellerin sofort engagiert und kehrte nicht wieder zur Schauspielschule zurück. Schnell avancierte sie zum gefragten Star und war in publikumswirksamen Produktionen zu sehen, so dass auch internationales Interesse nicht auf sich warten ließ. In diesem Zusammenhang kam der Durchbruch in den USA mit dem Film "Ein Goldfisch an der Leine" und bis heute zählt sie zu den wenigen Schauspielerinnen der Alpenrepublik, die es nach Hollywood geschafft haben, obwohl sie nach eigenen Angaben vor diesem Schritt gewarnt worden sei, jedoch auch berichtete, dass sie noch nie in ihrem Leben so frei und unbelastet gewesen sei, wie dort. Maria Perschy war nahezu in jedem Genre zu Hause, es gab keine Sprachbarrieren und sie blieb ihrer internationalen Linie treu. 1971 erlitt die Österreicherin bei Dreharbeiten einen schrecklichen Brandunfall, der zu schweren Gesichtsverletzungen führte, die Karriere musste zwangsläufig unterbrochen werden. Anschließend stieg Perschy zu einem gefragten Star im spanischen Kino auf, lebte später in den USA, wo sie als Übersetzerin und Kunsthändlerin tätig war, kehrte allerdings immer wieder nach Wien zurück. Verlobt war Maria Perschy sechs Jahre lang mit ihrem Schauspielkollegen Joachim Hansen, verheiratet mit dem Schriftsteller John Melson. 1967 wurde ihre Tochter geboren. Im Jahr 2004 verlor sie den langjährigen Kampf gegen ihre Krebserkrankung und verstarb im Alter von nur 66 Jahren.

     

    Maria Perschy ist unter Filmkennern auch heute noch eine gängige Größe, nicht nur weil man sie als außergewöhnlich schöne Erscheinung in Erinnerung behalten, sondern vor allem weil die Schauspielerin nahezu jedes Genre bedient hat. Ob Drama, Komödie, Krimi, Action oder Horror, Maria Perschy prägte ihre Rollen so gut wie immer glaubhaft und gestaltete diese Auftritte interessant genug, um sich nachhaltig zu etablieren. Die Filmhistorie neigt dazu, Schauspielerinnen gerne an ihren namhaften Partnern zu messen, und diese Referenz-Liste ist bei der Österreicherin ebenfalls lang genug um zu beeindrucken, allerdings braucht man die Kompetenzen nicht über eine derartige Schiene zu reduzieren. Maria Perschy war selbst Star genug, um beispielsweise sogar in Rollen des eher schmückenden Beiwerks zu glänzen und den eigenständigen und modernen Frauentyp ihrer Zeit darzustellen. Glücklicherweise stand sie als Allround-Talent vor der Kamera, daher wurden ihre Rollen charakteristisch sehr geprägt und sie bekam dem Empfinden nach oftmals einen guten Twist zwischen eigentlicher Anforderung und zusätzlichen Finessen hin. Insgesamt gestaltet sich die Charakterisierung der Maria Perschy nicht gerade einfach, da sie allem Anschein nach viele Gegensätzlichkeiten in ihrem Wesen vereint. Betrachtet man lediglich die Optik, so wirkt sie schnell wie einer der Prototypen, auf den das damalige Kino geradezu nur gewartet hatte. In vielen ihrer Rollen kommt es mit den beteiligten Personen zu einem immens hohen Aufbau von Distanz, der sich 1:1 auf den geneigten Zuschauer übertragen kann. Sie fordert nur indirekt auf, wirkt teilweise sogar spröde und wesentlich kultivierter als viele ihrer Kolleginnen. Eine grundeigene Unempfindlichkeit kreiert ein nahezu erhabenes Wesen, Gestik und Mimik geben nur selten ihre inneren Emotionen wieder, so dass man unterm Strich vielleicht sagen darf, dass sich die häufig nahezu vorsichtig agierende Maria Perschy stets gut im Griff zu haben schien. Diese Wirkung kann sowohl dazu animieren, eingeladen, oder im Gegenzug auch auf Sicherheitsabstand gehalten zu werden, ein Eindruck, der sich auch immer wieder in ihren Rollen gezeigt hat. So scheute man sich etwa nicht, die attraktive Interpretin in ambivalenten Rollen einzusetzen, oder in solchen, die eine nötige Tiefe erforderten. Egal, wo man die Darstellerin schließlich sehen konnte, es war offensichtlich stets die vornehmste Aufgabe des interessierten Auges der Kamera, dem Zuschauer einen Rundumschlag zwischen Persönlichkeit und Optik zu offerieren. Maria Perschy zählt somit definitiv zu einem der aufregendsten, und oft geheimnisvoll wirkenden Geschöpfe des damaligen Kinos.

  • Autor: Prisma
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