In Memoriam... Ray Lovelock

Der November ist brutal... noch am Wochenende konnten wir auf unserem Polizeifilmfestival "Norimberga Violenta" die beiden frechen Jungspunde Marc Porel und Ray Lovelock als geniales Duo in Ruggero Deodatos "Eiskalte Typen auf heißen Öfen" (Uomini si nasce poliziotti si muore, 1976) auf der großen Leinwand bewundern. Ray Lovelock ist am heutigen Tage, dem 10. November 2017, im Alter von nur 67 Jahren nach einem langen und harten Kampf seinem Krebsleiden erlegen.

Durch sein adrettes Erscheinungsbild war Lovelock ähnlich wie Porel prädestiniert für Rollen eines jugendlichen (Anti-)Helden und kam so über Werbefilme und Fotoromane sowie der Beteiligung in einer Band von dem ebenfalls erst in diesem Jahr verstorbenen Tomas Milian zu seinem Schauspieldebüt. In Giulio Questis knallhartem Italowestern "Töte, Django" (Se sei vivo spara, 1967) ist er an der Seite von eben jenem Tomas Milian zu sehen, es folgte eine weitere kleine Rolle in Carlo Lizzanis Meilenstein "Die Banditen von Mailand" (Banditi a Milano, 1968) mit Gian Maria Volontè und natürlich ebenfalls Tomas Milian auf den er später ebenfalls in Umberto Lenzis "Der Berserker" (Milano odia: la polizia non può sparare, 1974) treffen würde.

Als eine Art Geheimtipp kann man sicherlich Tonino Cervis "Queens of Evil" (Le regine, 1970) mit den bezaubernden Damen Haydée Politoff, Silvia Monti und Ida Galli bezeichnen. Im Laufe der 1970er Jahre folgten weitere Genrehighlights wie Jorge Graus "Das Leichenhaus der lebenden Toten" (Non si deve profanare il sonno dei morti, 1974) als Öko-Zombiejäger an der Seite von Cristina Galbó und Arthur Kennedy, Franco Prosperis brutaler "Junge Mädchen zur Liebe gezwungen" (La settima donna, 1978) mit Florinda Bolkan und Mario Gariazzos schmieriger "Play Motel" (1979) mit Anna Maria Rizzoli. Die Liste lässt sich um so viele Filme erweitern, mit Luico Fulci dreht er 1984 "Murder Rock" (Murderock - Uccide a passo di danza) mit Olga Karlatos und Claudio Cassinelli ehe er sich mehr und mehr dem Fernsehen sowie dem Theater zuwendete.

Bei vielen seiner Filme steuerte der begabte Schauspieler ebenfalls die im Gedächtnis bleibenden Titelsongs bei.

Lieber Ray, won't take too long! Ruhe in Frieden.

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