In Memoriam... Umberto Lenzi

Umberto Lenzi ist tot. Ein Paukenschlag. Im Alter von 86 Jahren starb der italienische Filmregisseur, Drehbuchautor und Buchautor am 19. Oktober 2017 in einem Krankenhaus in Rom. Lenzi war bis zuletzt für seine große Bereitschaft Interviews zu geben bekannt, auch einen Autogrammwunsch per Fanpost lies er nie lange unbeantwortet und schrieb fleißig an seinen erfolgreichen Kriminalromanen.

In fast allen Genres zu Hause, machte er sich aber vor allem als DER Regisseur in Sachen Poliziotteschi unsterblich. Die Liste seiner herausragenden Polizeifilme ist beeindruckend:

"Der Berserker" (Milano odia: la polizia non può sparare, 1974)
"Camorra - Ein Bulle räumt auf" (Napoli violenta, 1976)
"Die Viper" (Roma a mano armata, 1976)
"Die Gewalt bin ich" (Il cinico, l'infame, il violento, 1977)
"Die Kröte" (La banda del gobbo, 1978)

um nur ein paar zu nennen. Mit Vorliebe arbeitete er hier mit Maurizio Merli und dem ebenfalls erst in diesem Jahr verstorbenen Tomas Milian zusammen.

Einen weiteren großen Fußabdruck hinterließ der gebürtige Toskaner im Exploitation-Kino, in dem er nicht nur mit "Mondo cannibale" (Il paese del sesso selvaggio, 1972) den Startschuss für den italienischen Kannibalenfilm gab. Es folgten u.a. "Großangriff der Zombies" (Incubo sulla città contaminata, 1980) mit Hugo Stiglitz, Laura Trotter und Francisco Rabal, "Lebendig gefressen" (Mangiati vivi!, 1980) mit Robert Kerman, Janet Agren und Ivan Rassimov sowie "Die Rache der Kannibalen" (Cannibal ferox, 1981) mit Giovanni Lombardo Radice, Lorraine De Selle, Danilo Mattei und Zora Kerova.

Abenteuerfilme, Western, Eurospy, Kriegsfilme, Barbarenfilme und in der Spätphase seines Schaffens auch einige nette Horrorfilme machen den Mann für jeden Italophilen mehr als interessant. Beachtenswert sind dazu seine wundervollen Gialli: "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" (Sette orchidee macchiate di rosso, 1972) mit Antonio Sabato, Uschi Glas, Pier Paolo Capponi und Rossella Falk, "Spasmo" (1974) mit Robert Hoffmann, Suzy Kendall und Ivan Rassimov, "Labyrinth des Schreckens" (Gatti rossi in un labirinto di vetro, 1975) mit Martine Brochard, John Richardson und Ines Pellegrini sowie gleich mehreren Filmen mit der umwerfenden Carroll Baker, um hier ebenfalls nur eine Auswahl zu geben.

Umberto Lenzi steht wie kaum ein anderer Regisseur für das italienische Genrekino vergangener Tage.

Möge er in Frieden ruhen!

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